Sport : Haas scheitert an übermächtigem Gegner - 4:6, 4:6 gegen Franco Squillari

Thomas Haas ist bei der Jagd nach seinem ersten Turniersieg auf deutschem Boden an einem übermächtigen Gegner auf Sand gescheitert. Der 22-jährige Daviscup-Spieler verlor bei den mit 400 000 Dollar dotierten 85. Internationalen Tennis-Meisterschaften von Bayern in München das Finale gegen Vorjahressieger Franco Squillari nach 71 deprimierenden Spielminuten mit 4:6, 4:6. "Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt, aber Franco hat mir auch nie die Chance dazu gegeben", meinte Haas. Er hätte der erste deutsche Sieger in München seit Michael Stich (1994) werden können. "Ich verspüre keine große Enttäuschung. Ich bin froh, hier im Finale gewesen zu sein. Mein Ziel ist es, in drei Wochen bei den French Open hundertprozeitig fit zu sein. Ich bin auf dem richtigen Weg", sagte Haas.

Für den nach Nicolas Kiefer zweitbesten deutschen Profi war es die sechste Niederlage im siebten Finale auf der ATP-Tour sowie die dritte hintereinander bei einem Heimspiel. Im vergangenen Jahr hatte Haas die Endspiele beim "Mercedes Cup" in Stuttgart sowie beim Grand Slam Cup in München verloren. "Vielleicht wechselt das irgendwann. Ich bin ja noch jung", bemerkte Haas mit ungewohnt süßsaurer Miene. Als Trostpflaster kassierte der Jung-Millionär neben 24 Punkten für die Rangliste "Champions Race" 31 500 Dollar für sein Bankkonto.

Seine beste Leistung hatte Haas tags zuvor geboten, als er den an Nummer eins gesetzten Schweden Thomas Enqvist im Halbfinale mit 7:6 (7:5), 1:6, 6:4 besiegte. Gegen Squillari machte Haas wahr, was er vorher hinsichtlich des frühen Finalbeginns scherzhaft bemerkt hatte. "Um 12 Uhr mittags bin ich meist noch müde." Tatsächlich verschlief der Deutsche den Start, lag nach 20 Minuten mit 1:5 zurück, womit der erste Satz schon verloren war. Im zweiten Durchgang fiel die Vorentscheidung im dritten Spiel, als Haas vor 2500 Zuschauern eine 40:15-Führung verspielte und das Break zum 1:2 kassierte. Squillari hatte mehrere Meter hinter der Grundlinie stehend fast immer den besseren Schlag parat. Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb attestierte dem Sieger "perfektes Sandplatztennis".

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