Sport : Habsburgs Erben

Benedikt Voigt

findet glückliche Österreicher im Deutschen Skiverband Was das alpine Skifahren der Männer betrifft, sind wir wieder im späten Mittelalter angekommen. Damals bestimmte das Haus Habsburg die Geschicke Mitteleuropas, heute dominieren seine Nachfahren das Männer-Skifahren. Dabei orientieren sich die skifahrenden Österreicher durchaus an dem Leitspruch der Habsburger Monarchie: Bella gerant alii, tu felix austria nube. Lass andere Krieg führen, du glückliches Österreich heirate. Allerdings vergrößern Austrias Söhne inzwischen ihren Einfluss nicht mehr mittels Heirat sondern durch Vertragsunterzeichnungen. Das Ergebnis ist das Gleiche: Sie sind einfach überall.

Vier österreichische Trainer bestimmen künftig die Geschicke im Deutschen Skiverband. Darunter ist auch der fünffache Gesamtweltcup-Sieger Marc Giradelli, der den deutschen Skiherren psychologischen Rückhalt geben will. Die Nachbarschaftshilfe ergibt aus deutscher Sicht Sinn, denn Österreicher sind in dieser Disziplin das Maß aller Dinge. Das hat erneut die Siegerliste der vergangenen Saison gezeigt. Auch der Rücktritt des Gesamtweltcupzweiten Stephan Eberharter dürfte daran nichts ändern. Der österreichische Skifahrer Josef Strobl musste aufgrund der großen Konkurrenz in seinem Heimatland sogar nach Slowenien wechseln.

Noch ist kein Ende der österreichischen Hegemonie abzusehen. Die Herrschaft der Habsburger ist im Übrigen endgültig erst durch den Ersten Weltkrieg beendet worden. Aber so weit muss es im Skifahren nun wirklich nicht kommen.

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