Halbfinale im Confed-Cup : Spanien schlägt Italien im Elfmeterschießen

Im zweiten Halbfinale des Confed-Cups war Spanien den Italienern lange unterlegen. Dann feierte der Welt- und Europameister nach einem souveränen Elfmeterschießen aber doch den Finaleinzug.

Schuss ins Finale. Jesus Navas (Mitte) verwandelte den entscheidenden Elfmeter.
Schuss ins Finale. Jesus Navas (Mitte) verwandelte den entscheidenden Elfmeter.Foto: AFP

Und so stand er einfach nur da und schaute. Und trippelte mal nach links. Und nach rechts. Vor. Zurück. Gianluigi Buffon stemmte die Fäuste in die Hüfte und spuckte auf den Rasen im Estadio Castelao. Die Mannschaftskameraden vor dem italienischen Nationaltorhüter hatten über 120 Minuten die Kontrolle über das Spielgeschehen in diesem Halbfinale des Confed-Cups gegen Spanien gehabt. Und Buffon hatte daran ja fast gar nicht teilgenommen. Weil er nicht konnte. Die Sturmreihen des Welt- und Europameisters Spanien entpuppten sich am Donnerstagabend in Fortaleza als ein ganz laues Lüftchen. Und so stand der viermalige Welttorhüter des Jahres nur da und schaute. Er wartete auf das Elfmeterschießen. Seine Königsdisziplin. Von zuvor 51 Strafstößen in seiner Karriere hatte Buffon achtbare 17 parieren können. Ein Elfmeterkiller, sozusagen.

Doch auch sein Gegenüber, Iker Casillas (54/14), war berüchtigt für seine Reflexe. Doch keiner der beiden Ausnahmekeeper kam an einen der ersten 12 Schüsse. Dann verschoss Leonardo Bonucci auf Seiten der Italiener. Und für Spanien traf Jesus Navas zum 7:6 (0:0)-Sieg seiner Mannschaft und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Auf Spanien wartet nun am Sonntag im Finale Gastgeber Brasilien. Einen Tag zuvor spielen die Italiener gegen Uruguay um Platz drei.

Spanien hatte sich von Beginn an in einen Lauerschlaf begeben. Es lag also an der Mannschaft von Trainer Claudia Cesare Prandelli, ein wenig Schwung in die Begegnung zu bringen. Und die Italiener legten mit einer gegen die spanischen Ballbehaupter mutigen Abwehrdreierkette gleich mal einen fetten Stein auf ihr Gaspedal. Über die flinken Außenspieler Christian Maggio und Claudio Marchisio verlagerte der EM-Zweite die Schlüsselduelle immer wieder auf die Flanken. So auch in der 36. Minute, als Emanuele Giaccherini den Ball von der linken Seite in die Mitte spitzelte und sich der starke Maggio ihm aus vollem Lauf entgegen schmiss. Spaniens Weltklasse-Torwart Iker Casillas klappte blitzschnell die Knie zusammen und parierte damit den Flugkopfball und Italiens größte Chance.

Der Weltmeistermannschaft von Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque dagegen fehlte jeder Biss. Ihr Zaubermittelfeld um die beiden Künstler vom FC Barcelona, Andres Iniesta und Xavi, spielte in diesem Halbfinale zumeist Standfußball. Nur einmal, direkt nach dem Kopfball von Maggio, drehte sich Spaniens Nationalstürmer Fernando Torres vor der Nase von Buffon einmal um die eigene Achse und zerteilte das italienische Innenverteidigerduo. Doch sein Abschluss zischte am linken Pfosten vorbei.

Auch ohne den verletzten Mario Balotelli spielte Italien bis zum Schlusspfiff weiter auf Sieg. Unüblich tief zogen sich die Spanier bis vor den eigenen Strafraum zurück und verteidigten geradezu italienisch. Und Italien übernahm dafür den innovativen spanischen Part nach vorne. So hatte sich dann auch bald ein Großteil der 56 083 Zuschauer auf die Seite Italiens geschlagen. Sie sahen Gianluigi Buffon, wie er sich vor dem Elfmeterschießen seine grünen Strümpfe hochzog. Doch der Held wurde ein Spanier. (Tsp)

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