Halbfinale in der DEL : David Wolf für sieben Spiele gesperrt

Kurz vor Ende des vierten Halbfinalspiels beim ERC Ingolstadt war der Starstürmer der Hamburg Freezers ausgerastet: Nun wird David Wolf für seine Boxeinlage für sieben Spiele gesperrt.

Saison beendet? David Wolf von den Freezers.
Saison beendet? David Wolf von den Freezers.Foto: dpa

Vorjahresfinalist Köln gegen Play-off-Außenseiter Ingolstadt - auf dieses Final-Duell läuft es in der Deutschen Eishockey Liga momentan hinaus. Hauptrundensieger Hamburg muss in den entscheidenden K.o.-Spielen dagegen auf Schläger David Wolf verzichten und droht kurz vor dem erhofften ersten DEL-Finale auf der Strecke zu bleiben. Für sieben Partien sperrte die DEL den Stürmer am Mittwoch nach seiner wilden Prügelattacke. Seinen Gegenspieler Benedikt Schopper hatte Wolf beim 2:5 im vierten Halbfinal-Spiel so zu Boden gestreckt, dass der Ingolstädter dabei mindestens sechs Zähne verlor.

Damit könnte es das für Wolf schon gewesen sein in der DEL: In der kommenden Saison wechselt der Stürmer bekanntermaßen zu den Calgary Flames in die nordamerikanische Profiliga NHL.

Nachdem Köln und Ingolstadt ihre dritten Siege erzielt haben, könnten unterdessen noch in dieser Woche die Finalisten feststehen. Die Kölner empfangen die Grizzly Adams Wolfsburg am Donnerstag zum möglicherweise letzten Aufeinandertreffen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, aber es ist noch nicht vorbei“, warnte Haie-Coach Uwe Krupp nach dem 3:2 vom Dienstagabend.

Ein wenig schwieriger dürfte es am Freitag für den ERC Ingolstadt werden. Auswärts bei Hauptrunden-Sieger Hamburg Freezers greift das Play-off-Überraschungsteam nach dem notwendigen vierten Sieg, um erstmals um den DEL-Titel zu kämpfen. Den Norddeutschen droht das Aus, da schienen die Nerven zumindest bei Wolf ein wenig blank zu liegen. „Ohne ersichtliche Provokation“ habe Wolf begonnen, mit bloßen Fäusten zuzuschlagen, begründete der Disziplinarausschuss der DEL die drastische Strafe. „Selbst als der Gegenspieler sichtlich angeschlagen zu Boden geht, lässt der Spieler Wolf nicht nach.“ Der 24-Jährige bekam zudem eine Geldstrafe von 2100 Euro.

„Da muss er sich besser kontrollieren“, kritisierte sein Trainer Benoît Laporte. „Das war nicht so schön.“ Intensiv setzen sich die Kontrahenten auseinander. „Jedes Spiel ist wie ein Krieg“, drückte es Ingolstadts zweifacher Torschütze Ziga Jeglic drastisch aus.

Ingolstadt-Coach Niklas Sundblad hatte mit einer langen Strafe für Wolf gerechnet. „Das ist nicht das Verhalten, das ich von einem Nationalspieler erwarte“, äußerte sich Bundestrainer Pat Cortina aus der Ferne dazu. Der 49-Jährige betonte aber, die Partie nicht live verfolgt zu haben. Schopper hielt sich derweil am Mittwoch beim Zahnarzt auf, der versuchte, einen siebten Zahn noch zu retten.

Heftige Auseinandersetzungen hin oder her - die Ingolstädter wollen sich nicht mehr bremsen lassen. „Je länger die Serie dauert, umso besser werden wir“, behauptete Patrick Hager. Die Freezers auf der anderen Seite mussten einmal mehr erkennen, dass in den K.o.-Spielen selbst mit dem Prädikat bestes Hauptrunden-Team nichts von selbst läuft. „In den Play-offs bekommst du nichts geschenkt. Doch manchmal sieht es so aus, als ob wir das denken würden“, bemängelte Hamburgs Nicolas Krämmer. Freezers-Verteidiger Duvie Westcott zeigte sich trotz allem kämpferisch: „Noch ist rein gar nichts verloren!“ Mit aller Macht wollen sich auch die Wolfsburger gegen das Aus stemmen. „Köln muss uns am Donnerstag erst einmal schlagen“, erklärte Trainer Pavel Gross und ließ nichts auf seine Mannschaft kommen.

Seinen Optimismus zog der Coach auch daraus, dass sein Team zweimal ins Tor getroffen hatte. Die Halbfinal-Partien zwei und drei hatten die Niedersachsen mit 1:4 und 0:3 verloren. Einen persönlichen Grund, warum die Saison noch nicht in dieser Woche enden darf, brachte der kanadische Stürmer Norm Milley an: „Wir müssen in Köln ums Überleben kämpfen, ich will noch nicht nach Hause.“ (dpa/Tsp)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben