Sport : Halbierter Beirat

Die Volleyballer des SCC suchen neue Förderer – auch zur Sicherung der nächsten Saison

Karsten Doneck

Mit der Gründung des Beirats verknüpften sich Träume. Vier in Wirtschaftsfragen kompetente Leute bildeten das Gremium. Und endlich, so meinten die Verantwortlichen der Volleyballabteilung des SC Charlottenburg, sei die Zeit der leeren Kassen passé, bei dem zu erwartenden Geldfluss glaubte mancher schon, dass die Wachablösung des deutschen Dauer-Meisters VfB Friedrichshafen unmittelbar bevorstünde. Keine 24 Monate später muss SCC-Manager Kaweh Niroomand einräumen: „Wir haben ja jedes Jahr darüber gejammert, wie schwer es ist, das Geld für eine Saison zusammenzubekommen. Aber dieses Jahr übertrifft in dieser Hinsicht sogar noch alle vorangegangenen Jahre.“

Und der Beirat? Das Gremium schrumpfte, besteht nach dem zuletzt erfolgten Rückzug des nach Düsseldorf abgewanderten Hans-Georg Kemper, zuvor Geschäftsführender Gesellschafter des Bauunternehmens Hafemeister, nur noch aus zwei Mann. „Wir wollen den Personenkreis im Beirat möglichst schnell wieder erweitern“, sagt Niroomand. Gedacht ist, den Beirat auf bis zu sechs Personen aufzustocken.

Keine Frage: Der SCC muss Geld beschaffen. Noch steht der Etat für die nächste Saison nicht. Auch die 500 000 bis 600 000 Euro, mit denen der Klub in der laufenden Spielzeit kalkuliert, sind keineswegs lückenlos gedeckt. An einen Rückzug aus der Bundesliga mangels Finanzkraft, wie ihn unlängst der Badminton-Bundesligist BC Eintracht Südring verkündete, denkt der SC Charlottenburg aber nicht. Bis zum 30. März musste der Verein seine Meldung für die nächste Saison einreichen. „Das ist erledigt“, sagt Niroomand. Doch der Manager betont: „Wir stoßen im finanziellen Bereich auch an Grenzen. Viel hängt davon ab, ob wir wieder ausreichend mit öffentlichen Mitteln gefördert werden.“

Der SCC ist aber nur dann für Sponsoren interessant, wenn der sportliche Erfolg da ist. Zum letzten Spiel vor den Play-offs empfängt die Mannschaft heute (15 Uhr, Sömmeringhalle) Eintracht Mendig. Ein Sieg – und der SCC stünde als Tabellenzweiter ohne Umweg gleich im Halbfinale. Dann würde die Mannschaft in ein dreitägiges Trainingslager in die Sportschule Kienbaum fahren. Das Geld dafür wird aufgetrieben – irgendwie.

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