Hallen-WM : Storl nur Zweiter im Kugelstoßen

Am ersten Wettkampftag der Leichtathletik-Hallen-WM im polnischen Sopot holt David Storl Silber im kugelstoßen. Eine beeindruckende Vorstellung bietet erneut Mittelstreckentalent Homiyu Tesfaye. Doch auch die Politik spielt wieder mit.

Reinhard Sogl

Die Politik war auch in Sopot dabei. Bei der Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathleten, gar nicht so weit weg von der russischen Grenze. Ganz bewusst feierte die Ukrainerin Alina Fodorowa mit 4724 Punkten ihre Bronzemedaille im Fünfkampf, als sie sich eingehüllt in ihre Landesfahne dem Publikum präsentierte.

Gold ging an die Niederländerin Nadine Broersen mit 4830 Punkten vor Brianne Theisen Eaton aus Kanada (4768). Claudia Rath aus Frankfurt am Main gelang eine persönliche Bestleistung mit 4681 Punkten, es reichte immerhin zu Platz fünf. „Ich bin hoch zufrieden“, sagte die 27-Jährige. Bei der Freiluft-WM in Moskau hatte sie noch Platz vier erkämpft. Im Hochsprung egalisierte sie mit 1,78 Metern ihre Hallen-Höchstmarke, in ihrer Paradedisziplin Weitsprung erreichte sie 6,37 Meter und damit das beste Teilergebnis aller acht Starterinnen. Beim abschließenden 800-Meter-Lauf wurde sie Dritte.

Erfolgreichster Deutscher am ersten WM-Tag war David Storl. Der Chemnitzer stieß die Kugel erst in einen Bereich weit jenseits der 21-Meter-Marke und dann beide Arme Richtung Hallendach. Auf beeindruckende 21,79 Meter hatte er das Eisen in diesem zweiten Versuch gewuchtet, doch Ryan Whiting konterte im vierten Durchgang: 22,05 Meter. Der US-Amerikaner packte damit noch fünf Zentimeter zu seiner Siegweite von 2012 drauf und verteidigte bei der Hallen-WM der Leichtathleten in Sopot seinen Titel erfolgreich.

Wie vor zwei Jahren in Istanbul musste sich David Storl mit Rang zwei zufrieden geben, damals hatte der zweifache Freiluft-Weltmeister 21,88 Meter erreicht. Bronze gewann am ersten Tag der Titelkämpfe der Neuseeländer Tomas Walsh (21,26). „Die Medaille ist okay“, sagte Storl, „mit 21,79 kann man schon zufrieden sein.“ Wirklich zufrieden war der Chemnitzer nicht, denn er hatte sein Vorhaben nicht in die Tat umsetzen können. „Die 22 Meter waren schon mein Ziel“, gab er zu. Er hatte alles riskiert in den verbleibenden Versuchen, war dann aber dreimal übergetreten. „Da wollte ich einfach zu viel.“

Eine beeindruckende Vorstellung bot erneut Mittelstreckentalent Homiyu Tesfaye. Der 20-Jährige dominierte den Vorlauf über 1500 Meter bei seinem Hallen-WM-Debüt; fünf Runden lang ließ er die Konkurrenten gewähren, schob sich dann an die zweite Stelle, um 150 Meter vor dem Ziel das Tempo anzuziehen. Der gebürtige Äthiopier übernahm die Spitze und gewann souverän in 3:47,07 Minuten.

Über 60 Meter erreichte der Berliner Lucas Jakubczyk als Vorlaufsieger in 6,57 Sekunden ebenso das Halbfinale wie die Hürdensprinterinnen Nadine Hildebrand und Cindy Roleder.

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