Hallenhockey : Eine erträgliche Klatsche

Die ersatzgeschwächten Frauen des Berliner HC scheitern im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen Titelverteidiger Club an der Alster aus Hamburg mit 5:10 (1:5).

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Berlin - Das Erwartete ist eingetreten: Die Hockey-Frauen des Berliner HC haben bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft das Finale verpasst. Der Titelverteidiger verlor im Horst-Korber- Sportzentrum das Halbfinale gegen den Titelfavoriten Club an der Alster aus Hamburg mit 5:10 (1:5). Was sich für den Meister der beiden vergangenen Jahre wie eine Klatsche anhört, ist aus Sicht von Trainer Marcel König ein „respektabler Auftritt gewesen, mit dem wir uns gut verkauft haben“. Den Berlinerinnen fehlten nämlich sechs Stammkräfte.

Vier sind derzeit mit der Nationalmannschaft zu einem Olympialehrgang in Südamerika, zwei weitere fallen verletzungsbedingt aus. „So etwas verkraftet nicht mal Bayern München“, sagt König, der auf den Trotz seines Teams baute. „Wir wussten seit längerem, dass sie fehlen und haben uns entsprechend vorbereitet. Das ist auch eine Chance für die jüngeren Spielerinnen.“ Die aber brauchten vor vollbesetzten Rängen erst einmal eine Halbzeit zur Akklimatisierung.

Hamburg mühte sich zwar sechseinhalb Minuten bis zum Führungstreffer, ließ dann aber relativ schnell vier weitere Tore zum zwischenzeitlichen 5:0 folgen. Da sah es nach einer harschen Abfuhr für die Gastgeber aus. „Bis zur roten Linie in der Hamburger Hälfte haben wir das Match bestimmt, waren spielerisch besser. Aber die finale Konsequenz fehlte“, sagte Berlins Kotrainer Jamilon Mulders. Doch als Miketine Hayn und Mona Frommhold nach dem 1:5 noch vor der Pause zwei weitere Treffer erzielten, schien sogar eine Wende möglich. Alster aber fing sich wieder, antwortete mit zwei Kontertoren und der Vorentscheidung. Kurz darauf – es waren noch zehn Minuten zu spielen – nahm das BHC-Trainergespann Torhüterin Louisa Keller vom Feld und setzte dafür Laura Totze als zusätzliche Feldspielerin ein. Das eröffnete den Hamburgerinnen zusätzliche Räume, die sie zum 10:5-Endstand nutzten.

Die Berlinerinnen wurden von ihrem Anhang trotzdem gefeiert. „Sie haben sich nicht hängen lassen, kollektiv dagegen gehalten“, sagt König. „Darauf bin ich stolz.“ Den Titelhattrick hat der BHC zwar verpasst, dafür will er im Februar den Europapokal gewinnen – mit den Nationalspielerinnen. Klaus Weise

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