Sport : Hallensport Skispringen

Benedikt Voigt

In diesen globalisierten Zeiten verwundert es ein wenig, dass der Skiverband aus Katar noch keinen finnischen oder norwegischen Skispringer mit finanziellen Argumenten zur Einbürgerung überreden konnte. In der Leichtathletik gelingt es den Ölscheichs ja immer wieder mal. Ein Grund für diese Nachlässigkeit mag sein, dass es den Skiverband von Katar gar nicht gibt. Aber das kann sich jetzt ändern. Der Internationale Skiverband Fis überlegt, die witterungsanfällige Anlaufspur beim Skispringen mit einem Tunnel vor Schnee und Wind zu schützen. Oder wenigstens mit einem halben Tunnel, damit die Fernsehkameras auf der offenen Seite die Springer in der Anlaufspur verfolgen können. Dies dürfte nur der nächste Schritt des Skispringens in seiner logischen Entwicklung zur Hallensportart sein.

Noch beharrt Fis-Renndirektor Walter Hofer starrköpfig, seine Sportart müsse als klassischer Freiluftsport weiter draußen stattfinden. Dabei könnte unter einem schützenden Dach die störende Natur endlich draußen bleiben. Dadurch könnten die Bedingungen für die Springer optimal gesteuert werden: Die Skikanone hat weniger Streuverluste, die Kälte kontrolliert ein Thermostat. Wind gibt es nicht, höchstens ein wenig Zigarrenqualm von der VIP-Tribüne. Noch wehren sich Traditionalisten wie Hofer gegen diesen Fortschritt, vielleicht aber überzeugt auch ihn die Möglichkeit, neue Märkte erobern zu können. Die Vierschanzentournee könnte Station in Katar machen, in der Skihalle in Doha zum Beispiel. Dann muss nur noch der Skiverband von Katar gegründet werden.

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