Sport : Hallo, Taxi

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Armin Lehmann über deutsche

Disziplin und südamerikanischen Humor

Ja doch. Südamerikaner spielen super Fußball. Sind Ballartisten, ShowStars, haben Spielwitz, Schnelligkeit, Ballfertigkeit. Sind eine Augenweide, ein Gewinn für jede deutsche Mannschaft.

Ja doch. Deutsche sind diszipliniert, pünktlich, zuverlässig. Und sie machen gerne ein echt miesepetriges Gesicht. Fußball spielen können sie sowieso nicht so gut wie die Jungs aus Lateinamerika (und jetzt kommen Sie uns nicht mit dem WM-Finale). Deswegen sind sie oft schlecht gelaunt, besonders im Winter.

Ja doch. Das passt beides nicht zusammen. Und deshalb wird es in jeder Bundesliga-Saison mindestens zweimal richtig lustig. Nach der Sommer- und Winterpause. Dann streunen beispielsweise Brasilianer (Lincoln) gerne noch um den Zuckerhut, lassen ihre Frauen ein zweites Kind gebären (Amoroso) und scheren sich nicht viel um den pünktlichen Trainingsbeginn in Deutschland.

Ja doch. Deutsche finden das gar nicht gut, besonders die deutschen Trainer und ihre Vorgesetzten nicht. Dortmunds Matthias Sammer ist trotz der Feiertage schon wieder genervt und grätscht verbal Amorosos Leibarzt von hinten in die Parade („der sabbelt mich voll“), weil der Spieler selbst ja nicht anwesend ist. Und in Kaiserslautern denken sie schon über drastische Geldstrafen nach, wenn der Lincoln nicht bald auftaucht, was im Übrigen ja ein bisschen Bares in die leere Vereinskasse spülen würde.

Ja doch. Es geht auch anders. In Bielefeld haben sie es mit Humor genommen, dass der neuverpflichtete Kolumbianer Sinisterra zu spät zum Training kam, weil er von Hannover mit dem Taxi anreiste. Er dachte, die beiden Städtchen liegen eng beieinander.

Ja doch. Südamerikaner machen auch Spaß, wenn sie gar nicht Fußball spielen.

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