Sport : Halten wie in Trance

Handball-Torhüter gewinnen Spiele im Kopf

Hartmut Moheit

Es gibt einen Trick, mit dem Handball- Torhüter die Schmerzen nach ihren Abwehraktionen vermeiden. „Ich reagiere mit dem Oberkörper, dabei ist der Rumpf angespannt. Völlig falsch ist es, wie ein Mehlsack auf den Boden zu fallen“, teilt Henning Fritz mit. Doch damit nicht genug der Tipps vom Welthandballer des Jahres. Gemeinsam mit Wieland Schmidt, der zu DDR-Zeiten die Feldspieler weltweit zur Verzweiflung gebracht hat, hat Fritz viel mehr aus der Sicht eines „etwas Verrückten“ zu vermitteln.

Wie mache ich mich mental stark? Das ist nur eine Frage, die die beiden Autoren in ihrem gemeinsamen Buch beantworten. „Halten wie in Trance“ nennt Fritz es, wenn Handlung und Bewusstsein verschmelzen: „Ich sehe nichts und niemanden, fische Unhaltbare aus den Torecken, ohne dass ich hinterher erklären könnte, wie ich dies angestellt habe.“

In den sechs Kapiteln geht es ebenso um Grundtechniken, Spielsituationen und um das spezielle Torwarttraining jener Männer, deren Leistungen oft mit Superlativen bedacht werden: „Phantom“, „Hexer“, „Siebenmeterkiller“. In den Porträts von Schmidt und seiner „Kopie“ Fritz (Kiels Trainer Serdarusic) wird aber auch deutlich, dass Weltklasse-Torhüter eine starke Persönlichkeit sein müssen.

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