Sport : Hambüchen glänzt am Reck

Kunstturner erringt inoffiziellen Weltrekord

Schaffhausen - Reck-Europameister Fabian Hambüchen hat in Schaffhausen beim letzten Test der deutschen Kunstturn-Nationalmannschaft vor der WM in Stuttgart (1. bis 9. September) mit 16,45 Punkten einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt. Der 19 Jahre alte Abiturient aus Wetzlar verbesserte seine bisherige Reck-Bestnote um 0,1 Punkte und übernahm damit endgültig die Favoritenrolle für die Welttitelkämpfe.

Mit 91,850 Punkten turnte Hambüchen beim Dreiländerkampf zudem den besten Mehrkampf und ließ die Rumänen Razvan Selariu (90,85) und Daniel Popescu (90,60) hinter sich. Mit der deutschen Riege belegte er mit 360,300 Punkten hinter Rumänien (365,000) Platz zwei. „Die Übung war sehr gut, aber in Asien gibt es doch schon einige, die eine solche Übung turnen könnten. Allerdings nicht viele“, sagte Fabian Hambüchens Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen. Trotzdem sieht er Verbesserungsmöglichkeiten. „Da geht noch etwas. Aber dann wird die Luft sehr dünn, weil es doch sehr risikoreich wird.“

Chef-Trainer Andreas Hirsch benannte nach dem Wettkampf seinen endgültigen WM-Kader. Neben Hambüchen werden Thomas Andergassen (Stuttgart), Eugen Spiridonov (Bous), Robert Juckel, Philipp Boy (beide Cottbus) und Marcel Nguyen (Unterhaching) um die Olympia-Teilnahme in Peking kämpfen. Zur tragischen Figur wurde Matthias Fahrig (Halle), für den trotz Bronze am Boden bei der EM wegen der größeren Mannschaftsdienlichkeit Nguyens in der WM-Riege kein Platz blieb.

Auch die deutschen Turnerinnen hinterließen einen starken Eindruck. Mit 236,70 Punkten blieben sie nur 1,45 Punkte hinter Olympiasieger Rumänien. „Ich hätte nie gedacht, dass wir so nah an die Rumäninnen herankommen können“, sagte Chef-Trainerin Ulla Koch. Beste deutsche Turnerin war die Kölnerin Oksana Tschussowitina, die mit 59,10 Punkten Platz drei in der Einzelwertung hinter den Rumäninnen Steliana Nistor (60,10) und Sandra Izbasa (59,40) belegte. Die Tageshöchstnote erzielte die dreimalige Olympiasiegerin Catalina Ponor am Schwebebalken (16,30), die 18 Monate nach ihrem Rücktritt bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart ein Comeback feiern möchte. dpa

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