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Hamburg - Hannover 1:0 : Jubiläumssieg für den HSV

Das Geburtstagskind HSV beschenkt sich selbst und siegt an seinem 125. Geburtstag nach kämpferischer Leistung knapp mit 1:0 gegen Hannover 96. Ein ehemaliger Nationalspieler macht dabei wieder auf sich aufmerksam.

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Tors! Artjoms Rudnevs feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen Hannover und beschert damit dem HSV das passende Geburtstagsgeschenk zum 125.
Tors! Artjoms Rudnevs feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen Hannover und beschert damit dem HSV das passende Geburtstagsgeschenk zum...Foto: dapd

Als jemand vom Hamburger Mittelfeldspieler Tolgay Arslan wissen wollte, ob Torwart René Adler einen besonders guten Tag erwischt habe, entgegnete Arslan nur cool: „Wieso guten Tag? Der spielt doch immer so.“ Die Hamburger wissen, was sie an diesem Torwart haben. In der Schlussphase der Partie gegen Hannover 96 war es ein Aufeinandertreffen Hannover vs. Adler – das der Hamburger Keeper für sich entschied. Die Niedersachsen versuchten mit aller Macht, den Hamburger Führungstreffer durch Artjoms Rudnevs in der 20. Minute auszugleichen. Doch immer stand Adler im Weg. Reaktionsschnell war er beispielsweise gegen Mohamed Abdellaoue und gegen Didier Ya Konan zur Stelle. Am Ende feierten ihn die Fans mit Sprechchören, und auch Trainer Thorsten Fink verteilte ein Lob an seinen Schlussmann: „Adler hat den Sieg festgehalten.“

Es war schon die dritte Saison-Partie, in der der ablösefrei aus Leverkusen geholte ehemalige Nationaltorwart glänzen konnte. Schon zum Start gegen Nürnberg und in Bremen hatte Adler höhere Niederlagen verhindert; vor einer Woche gegen Dortmund dann hielt Adler ebenfalls stark. Mancher hält ihn für den derzeit besten deutschen Torwart – Oliver Kahn etwa, der in seiner „Bild“-Kolumne Adlers Rückkehr in die Nationalmannschaft forderte. Bis zu seiner Rippenverletzung kurz vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika war Adler ja schon die deutsche Nummer eins. Nun könnte das Comeback vor der Tür stehen – vielleicht schon in den Spielen der Deutschen in Irland und gegen Schweden in Berlin in knapp zwei Wochen.

Adler kam im Sommer ohne Spielpraxis von Bayer 04 zum HSV (in Leverkusen hatte ihn Bernd Leno verdrängt), und schob Stammtorwart Drobny auf die Bank, ohne nur ein Spiel für die Hamburger gemacht zu haben. Sportchef Frank Arnesen war überzeugt von Adler – und der zahlte dieses Vertrauen vom ersten Training an zurück: erstaunlich, mit welcher Ausstrahlung und welchem Selbstbewusstsein er  beim HSV aufspielt.

Das Duell gegen die aktuelle deutsche Nummer zwei gewann Adler am Samstag jedenfalls um Längen: erstens hatte Ron-Robert Zieler im Hannoveraner Tor mangels Hamburger Chancen keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Zweitens bereitete Zieler das Tor des Tages unfreiwillig vor, als er einen Abstoß so schwach und unplatziert schoss, dass sich daraus nach drei weiteren Pässen das 1:0 für Hamburg ereignete.

Werbung in eigener Sache entspricht nicht Adlers Charakter. Er sprach am Samstag lieber von übergeordneten Dingen und freute sich am Ende einer englischen Woche über die üppige Ausbeute: „Wir werden heute einen schönen Abend haben. Nach so einem Sieg und sieben Punkten aus drei Spielen feiert es sich einfach schöner.“ Am Abend feierte die gesamte HSV- Mannschaft bei der großen Gala zum 125-jährigen Bestehen mit.

Dass es zum zweiten Heimsieg der Saison kam, lag neben den starken Arslan und Adler auch wieder an Rafael van der Vaart. Zwar spielte der Niederländer deutlich unauffälliger als zuletzt, doch gelang ihm mit seiner Torvorbereitung der vierte Assist im vierten Spiel. Dass Hannover die deutlich bessere Mannschaft war, gab van der Vaart unumwunden zu: „Aber manchmal reicht es, wenn man kämpft und etwas Glück hat.“

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