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Hamburg - Hoffenheim 2:1 : Spätes Erwachen

Der Hamburger SV gewinnt durch Petrics Tor kurz vor Schluss 2:1 gegen Hoffenheim und zeigt eine postive Reaktion auf die Kritik von Klubchef Bernd Hoffmann unter der Woche.

Frank Heike
Mit seinem Siegtor sorgt Mladen Petric vorerst für Ruhe in Hamburg.
Mit seinem Siegtor sorgt Mladen Petric vorerst für Ruhe in Hamburg.Foto: dpa

Der erste Weg nach dem Spiel führte Mladen Petric zu Frau und Tochter auf den teuren Plätzen. Mit dem Töchterchen auf dem Arm ging der Hamburger Stürmer dann zur Fan-Tribüne, um gemeinsam mit den Anhängern zu feiern. Vor allem, um sich selbst feiern zu lassen. Wie zu seinen besten Zeiten beim HSV war Petric der Mann, der den Unterschied machte beim 2:1 der Hamburger gegen die TSG Hoffenheim: Petric köpfte in der 83. Minute den Siegtreffer nach starker Flanke von Zé Roberto.

„Ein Tor, das nicht so viele machen“, lobte der Hamburger Trainer Armin Veh später. Er lobte damit einen, den die Hamburger noch Ende August nach Stuttgart verkaufen wollten, weil in Vehs System mit nur einer Spitze namens van Nistelrooy kein Platz für Petric war. Nun ist der Niederländer verletzt, und Petric zeigt seinen Wert für den Verein. Der Kroate hat das Timing und die Sprungkraft, um in den entscheidenden Momenten zur Stelle zu sein. Diesmal profitierte er auch davon, dass der Hoffenheimer Verteidiger Luis Gustavo schlief. Der HSV gewann ein Spiel, dass er schwach begonnen und stark beendet hatte. Hinterher sagte Petric: „Wir wurden endlich mal für den Aufwand belohnt, den wir ständig betreiben. In der zweiten Halbzeit haben wir schönen Fußball nach vorn gespielt.“

Die TSG musste sich dagegen am Ende ärgern, nicht mehr aus ihrer frühen Führung gemacht zu haben. In der fünften Minute lief Peniel Mlapa den Hamburgern davon und passte scharf in die Mitte, dort schubste Jonathan Pitroipa dem Hoffenheimer Obasi leicht – Schiedsrichter Perl zeigte auf den Elfmeterpunkt. Salihovic verwandelte sicher zum 1:0. Der HSV war danach spürbar verunsichert und fand überhaupt nicht ins Spiel, was wohl auch daran lag, dass wegen zahlreicher Verletzungen das letzte Aufgebot der Hamburger auf dem Platz stand. Dem Spiel der Gastgeber fehlte es an Tempo, Ideen und Präzision. Doch die TSG nutzte das trotz zahlreicher Chancen nicht aus. „Wir haben das 2:0 verpasst und so versäumt, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte Trainer Ralf Rangnick.

Da es die Hoffenheimer versäumten, die Führung auszubauen, folgte kurz vor der Pause die Enttäuschung: Als die HSV-Fans wohl schon die Finger zum Halbzeit-Pfeifkonzert im Mund hatten, erreichte ein langer Ball Demels den bis dahin unauffälligen Petric, dessen Hereingabe Heiko Westermann aus zwei Metern ins Hoffenheimer Tor drücken konnte. Nach einem Lattenschuss durch Demba Ba zehn Minuten nach dem Wechsel begann der HSV plötzlich, schnell und gut nach vorne zu spielen. Die schwache erste Hälfte war vergessen.

Die Hoffenheimer gaben das Spiel aus der Hand und sahen sich nach der Pause in die eigene Hälfte gedrängt. Kurz vor Schluss fiel dann der Siegtreffer für den HSV, den Mladen Petric erzielte. Sein Einsatz war wegen einer Trainingsverletzung lange fraglich gewesen. Bei den Hamburgern war die Freude über den fünften Saisonsieg wohl auch deshalb so groß, weil er über die schwache erste Halbzeit hinwegtäuschte. „Jetzt starten wir eine Serie“, sagte David Jarolim. „Und damit wollen wir schon am Freitag bei Tabellenführer Dortmund beginnen.“

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