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Hamburg - Lautern 1:1 : Hamburg punktet in Unterzahl

Der Hamburger SV schafft gegen Kaiserslautern in Unterzahl trotz Rückstands noch ein Unentschieden - und war dem Sieg in der Schlussphase sogar näher als die Gäste.

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HSV-Sportchef Frank Arnesen (r.) jubelte gemeinsam mit seinem Wunschtrainer Thorsten Fink (l.) nach dem Ausgleichstreffer trotz Unterzahl. dpaFoto:
HSV-Sportchef Frank Arnesen (r.) jubelte gemeinsam mit seinem Wunschtrainer Thorsten Fink (l.) nach dem Ausgleichstreffer trotz...dpaFoto:

Ein Punkt zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern ist noch das, wovon Thorsten Fink in den vergangenen Tagen geträumt hat. Die angespannte sportliche Lage des Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga erfordert Siege. Doch obwohl es auch gegen Kaiserlautern nichts wurde mit dem ersten Heimsieg dieser schon elf Spieltage alten Saison, eilte der neue HSV-Trainer Fink am Sonntagnachmittag nach dem 1:1 (0:1) zur persönlichen Gratulationscour eines jeden seiner Spieler auf den Platz. Denn so, wie es zustande gekommen war, durften die 55 348 Zuschauern in der Arena am Volkspark das Unentschieden durchaus als Erfolgserlebnis werten. Nach einer frühen Roten Karte gegen Slobodan Rajkovic und anschließendem Rückstand kämpften zehn Hamburger mit beeindruckender Leidenschaft.

„Die Mannschaft hat toll gefightet“, sagte Fink. Ja, die Hamburger rannten viel und gestikulierten wild, aber Engagement allein verändert kein System. Wenn die Hamburger denn eines hatten, dann mussten sie es „nach zwanzig Minuten über den Haufen werfen“ (Fink). Die das Spiel dramatisch verändernde Szene  ereignete sich direkt vor der Hamburger Mannschaftsbank. Von der Tribüne aus hatte es den Anschein, als hätte Tiffert unzulässigerweise Rajkovics Laufbahn gekreuzt. Entsprechend gebärdete sich Fink, als Schiedsrichter Markus Schmidt auf Freistoß für Kaiserslautern entschied. Und nachdem Schmidt dem Serben auch noch die Rote Karte zeigte, lief der Hamburger Trainer sofort protestierend auf den Platz. Nun, ihm fehlte die Fernsehaufzeichnung. Diese dokumentierte zweifelsfrei, wie Rajkovic kurz vor dem Kontakt mit Tiffert seinen Ellenbogen ausfuhr. „Keine Absicht, aber über die Berechtigung dieser Roten Karte müssen wir nicht diskutieren“, urteilte Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz. „Was hat denn der Ellenbogen da oben zu suchen?“ Auf diese Frage wusste auch Thorsten Fink keine zufrieden stellende Antwort.

Weil Tiffert minutenlang an der Seitenlinie behandelt werden musste, hatten die Kaiserslauterer erst einmal nichts von ihrer numerischen Überlegenheit. Im Gegenteil: Weil die Hamburger Fans die Lauterer auspfiffen und jeden Ballkontakt ihrer Mannschaft frenetisch feierten, wurde aus einem objektiven Vorteil sogar ein subjektiver Nachteil. Die Dinge änderten sich erst, als der über dem rechten Augenbogen genähte Tiffert zurück kam und Thorsten Fink seinen Stürmer Marcus Berg zugunsten des Verteidigers Dennis Diekmeier opferte.  Nur eine Minute nach diesem Wechsel  gelang dem 1. FCK der schönste Angriff des Spiels. Auf dem  rechten Flügel trickste Olcay Sahan den Hamburger Nationalspieler Dennis Aogo aus und brachte Konstantinos Fortounis ins Spiel. Der  legte zurück an die Strafraumgrenze auf Pierre de Witt, der den Ball mit Urgewalt in das rechte obere Tordreieck schlug.

Ein wunderschönes Tor, das Marcell Jansen kurz darauf beinahe auf seine Weise beantwortet hätte. Sein Schuss aus gut 20 Metern wäre für Kevin Trapp nicht zu halten gewesen, aber der Lauterer Torhüter hatte die Querlatte als Verbündeten auf seiner Seite. Kurz nach der Pause hatte Jansen noch einmal Pech  mit einem knapp am Tor vorbei sausenden Flachschuss. Dann  schoss Paolo Guerrero sogar ein Tor, aber es fand keine Anerkennung, weil er zuvor die Hand zur Hilfe genommen hatte und dabei vom Schiedsrichterassistenten beobachtet worden war. Allein Thorsten Fink haderte mit der Entscheidung, „ich hab da auch im Fernsehen kein Handspiel gesehen“.

In der 65. Minute machte Guerrero es besser. Nach Gökhan Töres großartigem Flankenlauf drückte er den Ball mit der Stirn zum Ausgleich unter die Latte. Das entsprach dem Hamburger Engagement, aber auch der Passivität ihres Gegners. „Ein bisschen mutiger hätten wir gegen zehn Hamburger schon sein können“, sagte Trainer Marco Kurz.

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