Hamburg - Nürnberg 1:1 : Allein, es fehlt an Ideen

Nicht alle guten Dinge sind drei: Statt des dritten Saisonsieges enttäuscht der Hamburger SV ohne Tempo und Ideen beim 1:1 gegen bewegliche Nürnberger, die sich so ein wertvolles Unentschieden erarbeiten.

Frank Heike

Neue Freunde hat Markus Wingenbach am Samstag in Hamburg nicht gefunden. Schrille Pfiffe begleiteten den Schiedsrichter nach dem 1:1 zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg in die Kabine, nachdem Wingenbach zehn Minuten vor Spielende ein Foul gesehen und auf Elfmeter für Nürnberg entschieden hatte. Der Nürnberger Julian Schieber flog im Strafraum gekonnt über den Hamburger Torwart Frank Rost, Wingenbach stand gut und zeigte auf den Punkt. Pinola verwandelte sicher und glich die Hamburger Führung durch Joris Mathijsen aus.

Schieber fand später, es habe „einen Kontakt“ gegeben zwischen dem Hamburger Torwart und ihm, während Rost nichts dergleichen festgestellt hatte: „Meine Hände sind am Boden. Ich berühre ihn nicht. Und abhacken kann ich mir die Hände ja nicht.“ Für den Nürnberger Trainer Dieter Hecking war es ein „klarer Elfmeter“, sein Kollege Armin Veh fand, dass man ihn „nicht pfeifen musste“.

Dass es nichts wurde mit dem dritten Hamburger Sieg der Saison, hatten sich die Gastgeber selbst zuzuschreiben: Ohne Tempo und Ideen spielte der HSV bei seinem zweiten Heimauftritt der Saison. „Nach der Führung hätten wir den Sieg nach Hause fahren müssen“, sagte Veh, „da waren wir nicht geduldig genug, haben die Konter nicht gut ausgespielt. Daraus müssen wir lernen.“

Dieter Hecking war anzusehen, wie sehr er sich über das Remis freute. Nürnberg hatte zuletzt immer deutlich gegen Hamburg verloren. Er sagte: „Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und sind sehr glücklich über den Punktgewinn. Er war auch verdient.“ Vor dem letztlich glücklichen Ausgleich hatte Nürnberg nämlich gute Chancen durch Eigler und vor allem Bunjaku in der ersten Halbzeit.

Eine Nürnberger Halbzeitführung wäre also verdient gewesen. Da Nürnberg im Mittelfeld beweglich gegen den Ball und hinten konzentriert gegen Ruud van Nistelrooy arbeitete, konnte sich der HSV kaum Chancen herausspielen. Es war auch wieder einmal ein Schuss Ideenlosigkeit im Hamburger Spiel. Trotzdem wäre der HSV beinahe in Führung gegangen, als Zé Roberto nach van Nistelrooys Vorarbeit frei stand, aber über das Tor schoss.

Nach der Pause kam Elia für den schwachen Trochowski, und gleich war etwas mehr Schwung im Spiel der Gastgeber. Der Hamburger Treffer allerdings hatte mehr mit Nürnberger Schlafmützigkeit zu tun, ehe Elfmeter und Ausgleich die Gemüter erhitzten. Danach rannte der HSV noch einmal an, aber Nürnberg ließ sich den wertvollen Punkt nicht mehr nehmen. Frank Heike

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