Hamburg - Stuttgart : Schwaben mischen im Titelkampf weiter mit

Der VfB Stuttgart hat in Hamburg seine Ansprüche im Titelrennen der Fußball-Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Der Hamburger SV erlitt durch die Heimpleite einen herben Rückschlag im Abstiegskampf.

Hamburg - Die Erfolgsserie des Hamburger SV unter Trainer Huub Stevens ist mit einem 4:2-(3:0) Sieg beendet. Die beste Rückrundenmannschaft kassierte am Samstag bereits in den ersten 27 Minuten drei Gegentore durch Cacau (10.), Sami Khedira (13.) und Roberto Hilbert (27.), nach der Pause legte Fernando Meira (51.) nach. David Jarolim (66.) und Ivica Olic (75.) sorgten für Ergebniskosmetik. Für zumindest 24 Stunden überholte Stuttgart mit 52 Punkten den Tabellen-Zweiten Werder Bremen (51), der erst am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg spielt.

Schiedsrichter Lutz Wagner sorgte bereits vor der Halbzeit für Diskussionen, als er bei den Hanseaten Änis Ben-Hatira (34.) zu Recht wegen groben Foulspiels vom Platz stellte, nur neun Minuten später aber zudem dem Stuttgarter Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (43.) nach einem taktischen Foul die Rote Karte zeigte. Nach diesem Maßstab hätte auch HSV-Kapitän Rafael van der Vaart in der 20. Minute nach seinem überharten Einsteigen gegen Ludovic Magnin den Platzverweis verdient gehabt.

Lauth durfte stürmen

Überraschend hatte VfB-Trainer Armin Veh ein offensives Spielsystem mit drei Spitzen aufgeboten und der Hamburger Leihgabe Benjamin Lauth erstmals von Beginn an eine Chance gegeben. "Er hat ein Tor gegen Aachen gemacht und sehr gut trainiert", sagte Veh, "zudem ist er sehr ehrgeizig gegen den HSV". In Szene konnte sich der Ex-Nationalspieler allerdings nicht setzen und wurde 15 Minuten vor Schluss ausgewechselt.

Seine Nebenleute Cacau und Hilbert agierten deutlich wirkungsvoller. So erzielte der Brasilianer seinen zehnten Saisontreffer nach Vorlage von Matthieu Delpierre, wobei HSV-Torhüter Frank Rost aber lautstark ein Foulspiel von Cacau an Verteidiger Joris Mathijsen reklamierte. Nur drei Minuten später erwischte die harmlose Stevens-Elf, der dieselbe Formation wie beim 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfburg aufgestellt hatte, der zweite Treffer. Der Deutsch-Tunesier Khedira verwertete per Kopf nach Flanke von Pavel Pardo, wobei Gegenspieler Mathijsen nicht glücklich aussah.

Das 3:0 erzielte Hilbert nach einem 25-Meter-Freistoß von Hitzlsperger ebenfalls per Kopf. Die Gastgeber ergaben sich lange Zeit in ihr Schicksal, wirkten im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften heimischen Stadion verunsichert. Die einzig hochkarätige Möglichkeit hatte van der Vaart (43.), als er frei vor dem Tor in die Arme von Nationalkeeper Timo Hildebrand spielte. Der vierte Kopfballtreffer in der Partie gelang VfB-Mannschaftskapitän Meira nach Pass von Pardo. Jarolim mit seinem ersten Saisontor und der eingewechselte Olic mit seinem dritten Treffer für den HSV waren für die in der letzten 30 Minuten drängenden Hamburger erfolgreich, konnten das Blatt aber nicht mehr wenden. (tso/dpa)

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