Hamburger SV : Alte Schwäche

Dem HSV fällt im UI-Cup gegen Chisinau wenig ein. Die finanziell so wichtige Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb steht auf dem Spiel.

Karsten Doneck

Berlin - Huub Stevens schlug versöhnliche Töne an. Das Ergebnis sei „gar nicht mal so schlecht für ein Auswärtsspiel“ stellte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:1 im UI-Cup-Hinspiel beim FC Dacia Chisinau fest. Doch auch Stevens wird nicht verborgen geblieben sein, dass der HSV beim Wechsel von der alten zur neuen Saison eine Schwäche offenbar behalten hat: Die Mannschaft wird, wenn sie auf stark defensiv orientierte Gegner trifft, von einer erschreckenden Einfallslosigkeit befallen.

„Wir haben uns schwergetan“, gab Rafael van der Vaart zu, der in Chisinau per Elfmeter den Ausgleich schoss und damit eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel am nächsten Sonntag schuf. Van der Vaart bemerkte auch: „Der Gegner stand so tief, da sind wir nicht durchgekommen.“ Dieses Problem verfolgt den HSV, seit Huub Stevens die Mannschaft übernommen hat. Unter ihm gab es vorige Saison in der Bundesliga glanzvolle Siege: in Bremen, bei Schalke, beim FC Bayern, allesamt herausgespielt aus dichter Abwehr mit viel Geduld und starken Kontern. Die Kehrseite: Wenn der HSV daheim seine Fans mit Toren verwöhnen wollte und das Spiel bestimmen musste, ging das oft schief: 0:3 gegen Bochum, ein glückliches 2:2 gegen Mainz, ein 2:4 nach 0:4-Rückstand gegen den VfB Stuttgart.

Um das Dilemma zu beheben, hat der HSV für 5,8 Millionen Euro Mohamed Zidan geholt. Ein Stürmer, der auch mal etwas auf eigene Faust probiert, dessen Aktionen mitunter unberechenbar sind. In Chisinau zeigte Zidan, nach seiner Verletzungspause erst rund 20 Minuten vor Schluss eingewechselt, gute Ansätze. „Im Rückspiel treten wir besser auf“, versprach Zidan nachher. Er sollte sich da nicht allzu sicher sein. Karsten Doneck

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