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Hamburger SV - Bayern München 1:4 : Relegation als letztes Ziel für den HSV

Der Hamburger SV ist beim 1:4 gegen Bayern chancenlos, behauptet aber Platz 16 vor dem letzten Spieltag. Für Trainer Slomka wäre die Relegation "ein Erfolg". Beim FC Bayern sorgte Jerome Boateng mit seinem Platzverweis für Unruhe.

Frank Heike
Symbolcharakter: Bayerns Götze dreht nach dem Münchener 1:0 jubelnd ab, Hamburgs Westermann hadert.
Symbolcharakter: Bayerns Götze dreht nach dem Münchener 1:0 jubelnd ab, Hamburgs Westermann hadert.Foto: dpa

Das eigene Ergebnis interessierte nur noch am Rande. Als die Hamburger Partie längst abgepfiffen war, hallten Jubelschreie durch die Arena – der späte Augsburger Siegtreffer in Braunschweig hatte die Runde gemacht. "Niemals Zweite Liga!", brüllten die Fans und feierten ihre Spieler frenetisch. Die hatten zwar gerade 1:4 gegen den FC Bayern verloren und sich in der zweiten Halbzeit vorführen lassen. Doch die Niederlagen der Konkurrenz aus Nürnberg und Braunschweig lassen den Hamburger SV zumindest nicht weiter absacken.

Slomka: Relegation "ein Erfolg"

Einen Spieltag vor Schluss bleibt der HSV Drittletzter der Tabelle und lebt ganz gut von der Schwäche der anderen – einen Punkt vor Nürnberg und deren zwei vor Braunschweig reist Hamburg nächsten Samstag nach Mainz und hofft, von der Eintracht (in Hoffenheim) und dem Club (in Gelsenkirchen) nicht mehr eingeholt zu werden. "Für diese Mannschaft wäre die Relegation ein Erfolg", sagte Trainer Mirko Slomka nach der siebten Niederlage im zwölften Spiel. "Die Konstellation hat sich nicht verändert. Wir wollen aus eigener Kraft den Weg in die Relegation schaffen." Die ultimative Saisonverlängerung mit den Partien am 15. und 18. Mai gegen den Dritten der zweiten Liga schenkt dem HSV die Hoffnung, diese völlig verdorbene Saison noch zu einem guten Ende zu bringen.

Um die letzte Ausfahrt zu erreichen, müsste kämpferisch wieder eine ähnliche Leistung her. Es war ordentlich, was Hamburg sechzig Minuten lang gegen die Bayern zeigte – aber am Ende war Slomkas Elf doch chancenlos gegen lange Zeit passive und langsame Bayern. Zweimal Mario Götze in der 32. und 69. Minute sowie Thomas Müller in der 55. und Claudio Pizarro in der 75. Minute trafen für die Münchnern; Hakan Calhanoglu in der 72. Minute war für den HSV erfolgreich. Slomka sagte: "Wir konnten keinen Punkt mitnehmen, ich denke aber, wir können aus diesem Spiel aber Positives mitnehmen – obwohl wir nicht vergessen dürfen, dass wir 1:4 verloren haben. Wir werden uns nicht verstecken, sondern konzentriert auf Mainz vorbereiten. Als Gewinner des Spieltags fühle ich mich aber nicht."

Geldstrafe für Bayerns Boateng nach Platzverweis

Die Bayern wirkten vier Tage nach dem 0:4 gegen Real Madrid zunächst fahrig und passiv, doch mit zunehmender Spielzeit waren sie dann jederzeit Herr der Lage und holten sich gegen schwächer werdenden Hamburger einen Sieg für das Selbstvertrauen – so sah es auch Trainer Pep Guardiola. "Es war nach der schweren Niederlage gegen Real gut für unseren Rhythmus, hier zu gewinnen. Das wollen wir jetzt gegen Stuttgart wiederholen und dann versuchen, das Finale in Berlin gegen Dortmund zu gewinnen." Ein Ärgernis für die Bayern war der dumme Wischer Jerome Boatengs in Kerem Demirbays Gesicht kurz vor Schluss – dafür zeigte ihm Schiedsrichter Marco Fritz die Rote Karte. Der Nationalspieler wird vom Verein wohl mit einer Geldstrafe "im fünfstelligen Bereich" rechnen, kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an. "Solch eine Disziplinlosigkeit wird von Bayern München nicht akzeptiert. Man hat sich in unserem Trikot sauber und seriös zu verhalten", sagte Rummenigge: "Und wer nicht hören will, muss fühlen." Er habe Boateng bereits direkt nach dem Spiel über die klubinterne Bestrafung informiert.

Guardiola wandte sich noch freundlich an den Kollegen Slomka und sagte: "Ich wünsche diesem Verein mit seiner langen Geschichte, dass er weiter zur Bundesliga gehört." Slomka bedankte sich artig. So wie andere im Hamburger Umfeld hofft der Trainer auf die Rückkehr Pierre-Michel Lasoggas zu den Relegationsspielen. Der Berliner Leihstürmer trainiert schon wieder mit dem Ball und könnte nächste Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren. Am Samstag gegen die Bayern versuchte es Slomka mit Ilicevic als einer Art Stürmer. So schlecht sah das gar nicht aus. Aber mit abnehmender Kraft wurde die Leerstelle im Zentrum immer offensichtlicher. Die auszufüllen, wäre Lasoggas Job am 15. und 18. Mai.

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