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Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 1:1 : Später Schock durch Hrgota

Lange sah es nach einem Sieg für den Hamburger SV aus, dann traf der eingewechselte Branimir Hrgota nach einer Ecke noch zum glücklichen 1:1 für Borussia Mönchengladbach.

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Der Gladbacher Martin Stranzl (m.) im Zweikampf mit den Hamburgern Mohamed Gouaida (l.), Zoltan Stieber (2.v.r.) und Petr Jiracek.
Der Gladbacher Martin Stranzl (m.) im Zweikampf mit den Hamburgern Mohamed Gouaida (l.), Zoltan Stieber (2.v.r.) und Petr Jiracek.Foto: dpa

Die Fußballer von Borussia Mönchengladbach mussten am Ende nicht viel tun, um den Anhang des Hamburger SV noch einmal in Wallung zu bringen. Als sich die Spieler der Gäste nach dem Schlusspfiff wie allgemein üblich in die Kurve mit ihren Fans begaben, brach ein massives Gepfeife in der Arena los. Die Hamburger empfanden die Gladbacher als so etwas wie hinterhältige Strauchdiebe – weil sie dem Hamburger SV im Abstiegskampf in letzter Sekunde noch zwei wichtige Punkte entwunden hatten. Bis in die Nachspielzeit führte der Gastgeber vor 52105 Zuschauern durch ein Tor von Zoltan Stieber 1:0, dann aber traf Branimir Hrgota nach einer Ecke noch zum glücklichen 1:1 (0:0) für Borussia Mönchengladbach. „Das war einfach hart“, sagte Hamburgs Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier über den späten Ausgleich.
Hamburgs Trainer Josef Zinnbauer hatte seine Mannschaft nach dem 0:8-Debakel bei den Bayern nicht nur auf sieben Positionen verändert, er hatte ihr auch einen anderen Geist eingehaucht. „Ich denke, dass die Mannschaft heute was beweisen wollte“, sagte Zinnbauer. „Letzte Woche hat sie viel falsch gemacht, diese Woche hat sie viel richtig gemacht.“ Nur in der Anfangsphase gerieten die Hamburger in ernste Schwierigkeiten. Nach vier Minuten verfehlte Max Kruse knapp das Tor, eine Minute später traf Patrick Herrmann den Pfosten. Zu diesem Zeitpunkt schien die Begegnung den erwarteten Verlauf zugunsten des Tabellendritten der Fußball-Bundesliga zu nehmen, doch Herrmanns Pfostenschuss sollte die letzte Torchance der Gladbacher aus dem Spiel heraus bleiben, ehe Kruse in der 90. Minute noch einmal an Torhüter Jaroslav Drobny scheiterte.

Der HSV war die bessere Mannschaft

„Der HSV hat besser gespielt als wir“, sagte Borussias Trainer Lucien Favre. „Wir konnten das Spiel nicht kontrollieren.“ Das lag auch am aufmerksamen defensiven Mittelfeld der Hamburger mit dem früheren Herthaner Gojko Kacar, der zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder in der Startelf auftauchte. Die Gladbacher hingegen spielten zu umständlich und zu fehlerhaft. So fanden die Hamburger zunehmend besser in die Begegnung hinein, ohne selbst allzu sehr zu glänzen. Ein zwingender Spielaufbau zählt in dieser Saison nicht unbedingt zum Portfolio des HSV, zu allzu vielen Torchancen kam Zinnbauers Mannschaft nicht. Aber kämpferisch ließ der Auftritt der Hamburger nichts zu wünschen übrig. „Die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Johan Djourou. „Wir haben als Mannschaft gespielt und auch gekämpft, überall.“


Die Gladbacher hingegen taten sich nach der Niederlage im Europapokal beim FC Sevilla unter der Woche schwer, und das ebenfalls überall. Bezeichnend war, wie eine Viertelstunde vor Schluss der Führungstreffer der Hamburger fiel. Havard Nordtveit, der den gesperrten Granit Xhaka vertrat, spielte einen Fehlpass im Mittelfeld, die Hamburger schalteten schnell um, und Stieber vollendete den Konter mit einem feinen Schlenzer ins lange Eck zum 1:0. So viel Raffinesse hatten die Gladbacher in der zweiten Hälfte kein einziges Mal zu bieten gehabt. Am Ende war es ein profaner Eckball von Kruse und der Kopfball des eingewechselten Hrgota, der ihnen wenigstens noch ein Unentschieden bescherte, weil die Hamburger nach ihrem Führungstreffer zwei weitere gute Konterchancen etwas zu leichtfertig vergaben. „Der Punkt war wichtig für uns“, sagte Favre, „sehr, sehr wichtig.“

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