Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 1:3 : Für Hamburg wird es immer enger

Das Gründungsmitglied der Bundesliga verliert trotz Führung noch 1:3 in Mönchengladbach - und rutscht auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

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Der Gladbacher Raffael (Mitte) trifft gegen den Hamburger Torwart Rene Adler (l.) zum 2:1.
Der Gladbacher Raffael (Mitte) trifft gegen den Hamburger Torwart Rene Adler (l.) zum 2:1.Foto: dpa

Mirko Slomka musste sich erst einmal hinsetzen. 75 Minuten hatte der Trainer des Hamburger SV vor seiner Bank gestanden, seine Coaching-Zone durchmessen, aber mit einem Mal schien alle Energie aus ihm gewichen zu sein. Der HSV hatte gegen Borussia Mönchengladbach lange gut mitgehalten, aber eine Viertelstunde vor Schluss, endete für die Hamburger der Traum von einem wichtigen Erfolg im Abstiegskampf. Raffael erzielte nach feiner Vorarbeit von Max Kruse das 2:1 für die Gladbacher, Slomka setzte sich – und sah nur drei Minuten später, wie sein Team durch Alvaro Dominguez den nächsten Treffer kassierte. Das 1:3 (1:1) war für Mirko Slomka im zwölften Auswärtsspiel der Saison die zwölfte Auswärtsniederlage.

Das Spiel war zunächst von Vorsicht geprägt. Die Hamburger verteidigten gut organisiert, verdichteten vor allem den Raum vor dem eigenen Strafraum, so dass sich die Gladbacher immer wieder im Klein-Klein verstrickten. Und weil die Gastgeber aus Furcht vor Kontern des HSV das letzte Risiko scheuten, war das Ganze eher unspektakulär anzusehen. Es dauerte mehr als 20 Minuten bis zum ersten Torschuss. Der Versuch von Borussias Kapitän Filip Daems landete genau in den Armen von Hamburgs Torhüter René Adler.

Das Bemühen der Gladbacher wirkte erst reichlich hilflos

In Begegnungen, in denen spielerisch wenig geht, sind Standardsituationen oft eine Möglichkeit, die Blockade zu läsen. Die Hamburger verfügen in dieser Disziplin über einige Spezialisten, Hakan Calhanoglu zum Beispiel, der nach seiner Sperre in die Startelf zurückgekehrt war. Nach einer guten halben Stunde zirkelte er einen Freistoß von der linken Seite in den Gladbacher Strafraum, Jacques Zoua war vor Martin Stranzl am Ball und traf mit seinem zweiten Saisontor per Kopf zum 1:0 für die Gäste. Kurz darauf verfehlte Rafael van der Vaart nach einer Flanke von Dennis Diekmeier mit einem Kopfball nur knapp das Tor und die mögliche Vorentscheidung.

Das Bemühen der Gladbacher wirkte bis dahin reichlich hilflos, und der Rückstand spielte ihnen auch nicht unbedingt in die Karten. Doch bevor es richtig zäh für die Gastgeber wurde, sprang Hamburgs Innenverteidiger Michael Mancienne ihnen zur Seite. Mit beiden Armen über dem Kopf ging er im eigenen Strafraum zum Kopfball hoch, der Ball flog ihm an die Hand – es gab Elfmeter. Daems spielte den Ball genau in die Mitte, Adler parierte, doch im Nachschuss traf der Belgier zum 1:1. Dass er im 13. Versuch erstmals vom Elfmeterpunkt gescheitert war, wird Daems angesichts des glücklichen Ausgangs verschmerzen können.

Nach der Pause ist die Begegnung deutlich offener

Der Ausgleich machte den Hamburgern sichtlich zu schaffen, doch die Gladbacher konnten die Verwirrung nicht ausnutzen. Juan Arango scheiterte erst mit dem Fuß an Adler – und nur ein paar Sekunden später mit dem Kopf.

Hamburgs Trainer Slomka nahm zur zweiten Hälfte Pierre-Michel Lasogga vom Feld, der erneut über muskuläre Probleme klagte. Insgesamt war die Begegnung nach der Pause deutlich offener, weil die Hamburger um mehr Offensive bemüht waren. Sie boten den Gladbachern dadurch allerdings auch mehr Raum zwischen ihren Linien. Zehn Minuten nach der Pause kam Kruse nach der ersten richtig guten Kombination zentral im Hamburger Strafraum zum Schuss, mit seinem schwächeren rechten Fuß brachte er allerdings nur eine etwas bessere Rückgabe in Adlers Arme zustande. Auf der anderen Seite vergab der HSV eine vielversprechende Überzahlsituation, weil Tomas Rincons Hereingabe zu ungenau war.

Anders als vor der Pause bekamen die 53.650 Zuschauer in der zweiten Halbzeit wesentlich mehr Offensivszenen geboten. Calhanoglu verfehlte nach Vorarbeit Zouas knapp das Tor. Borussias Mittelfeldspieler Christoph Kramer wurde nach einem schnell ausgeführten Freistoß gerade noch geblockt, Raffael scheiterte aus fünf Metern an Adler. Kurz darauf machte der Braslianer es besser – und die Situation der Hamburger noch ein bisschen schwieriger.

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