Hamburger SV : Deal mit Rost perfekt

Als Thomas Doll mit seinem Team zum ersten Mal auf dem Trainingsplatz von Dubai stand, kam die ersehnte Nachricht: Der Wechsel von Frank Rost zum Hamburger SV ist endgültig perfekt.

Dubai - Nach den vielen Nackenschlägen der vergangenen Wochen und der tagelangen Hängepartie um den Torhüter des FC Schalke 04 war die Entscheidung eine geradezu erlösende Botschaft für Doll und den HSV. Rost erhält beim Vorletzten der Fußball-Bundesliga einen Vertrag bis 30. Juni 2009 und wollte seinem neuen Team noch am Freitag an den Persischen Golf hinterherreisen.

"Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Der HSV hat eine Mannschaft mit großem Potenzial", sagte der 33 Jahre alte Rost, der bei Schalke zuletzt nur noch die Nummer zwei hinter Manuel Neuer war. Nachdem die letzten Vertragdetails mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer am Freitagvormittag geklärt waren, kann der neue Stammtorhüter mit dem HSV nun das Unternehmen Klassenverbleib angehen. Bereits am Montag steht das erste Testspiel gegen den Iran auf dem Programm.

Doll wird zum "Quälix"

In Dubai erwarten Rost ein Zimmer im Fünf-Sterne-Luxushotel "Al Murooj", Sonnenschein - und Trainingsqualen. Denn um im Abstiegskampf zu bestehen, wird Trainer Doll zu einem neuen "Quälix": Wie zuletzt zwischen 1995 und 1997 in der Ära von Felix Magath, der am Freitag mit dem FC Bayern München nur einen Kilometer Luftlinie vom HSV-Hotel entfernt in den "Emirate Towers" Quartier bezog, müssen die HSV-Profis schon um 7:30 Uhr morgens zum Laufen antreten; dazu stehen zwei Übungseinheiten auf dem Fußballplatz auf dem Tagesprogramm. "Für mich ist das normal", sagte Doll zur frühen Joggingstunde: "Es ist normal, dass wir zu den Wurzeln zurückkehren und hart arbeiten."

Zumindest am ersten Tag blieb den Profis die Frühschicht erspart, weil der Tross erst nachts um 2 Uhr im Hotel angekommen war. Erst nach dem Ausschlafen ging es vormittags zum Laufen in einen Park, am Nachmittag stand die erste Einheit auf dem Platz an. Für die angenehmen Seiten der "gigantischen Stadt", so Doll, werden bis zum Rückflug am 14. Januar weder die Spieler noch er viel Zeit haben. "Wir sind zum Arbeiten hierher gekommen und nicht zum Shoppen. Wir werden hier hart arbeiten, auch wenn links und rechts die schönsten Gebäude der Welt stehen", sagte der Coach, der fern der Heimat aufgeräumt wirkt und Entschlossenheit vermittelt.

Stabilität für die Mannschaft

"Wir werden an ein paar Schrauben drehen", kündigte Doll an. Eindeutige Verhaltensweisen auf und abseits des Platzes will er seinem komplett angereisten Kader verordnen, um Disziplin und Ordnung wiederherzustellen. "Wir haben einen Plan in der Tasche", versicherte der in der Hinrunde vom Glück und Erfolg verlassene Fußballlehrer.

Eine Schlüsselrolle soll der neuen Führungsfigur Frank Rost zukommen, für den der HSV angeblich eine Ablösesumme von rund 800.000 Euro zahlt. Falls der Tabellenvorletzte den Klassenverbleib schafft, wäre ebenso ein Nachschlag fällig wie bei einer Europapokal-Qualifikation der Hanseaten in den nächsten Jahren mit Rost. "Frank wird uns mit seiner großen Erfahrung weiterhelfen und der gesamten Mannschaft Stabilität geben", sagte Sportchef Beiersdorfer.

Sobald Rost in Dubai eingetroffen ist, wird es ein Gespräch mit den dann drei Torhütern geben. Sascha Kirschstein und Stefan Wächter, die in der Hinrunde beide kein Rückhalt waren, sollen dann ihre Zukunftsaussichten klar aufgezeigt werden. Auch Beiersdorfer soll an der Torhüter-Runde teilnehmen. Kirschstein und Wächter kämpfen dann um den Platz auf der Ersatzbank, den Rost "auf Schalke" leid war. (Von Klaus Bergmann, dpa)

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