Hamburger SV : Eljero Elia: So schnell dribbelt nur er

Wie der holländische Neuzugang Eljero Elia den Hamburger SV gleich von Beginn an auf allen Seiten belebt.

Frank Heike[Hamburg]
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Schön jubeln kann er auch. Eljero Elia war die Hamburger Entdeckung des zweiten Spieltags.Foto: nordphoto

Das Spektakel hatte dem Vorstandsvorsitzenden gefallen. „Ich vermute, dass wir noch viele solcher Spiele sehen werden“, sagte Bernd Hoffmann, der Chef des Hamburger Sportvereins. „Die Frage ist nur, ob wir am Ende besser dastehen.“ Beim 4:1 gegen Borussia Dortmund gab es den ersten Teil des neuen Hamburger Erlebnisfußballs zu bestaunen. Mit schnellen Kurzpässen nach vorn, so will der neue Trainer Bruno Labbadia spielen lassen. Gegen überforderte Dortmunder gelang das beeindruckend. Und das lag vor allem an Eljero Elia.

Der Mann des Tages hätte gern noch weitergespielt, andererseits: So eine Auswechslung ist auch ein Erlebnis. Die Zuschauer auf den teuren Plätzen standen auf und klatschten, als Elia in der zweiten Halbzeit den Platz verließ. Die Fans hatten ihn schon vorher gefeiert. Es war ein Triumphzug in die Kabine für den 22 Jahre alten Holländer. „Ich konnte es nicht glauben: Alle waren glücklich und haben meinen Namen gerufen. Das war fantastisch, ich hatte eine Gänsehaut“, sagte er. „Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Spiel.“ Und die Hamburger Zuschauer wohl auch auf ihn.

Knapp neun Millionen Euro hat der HSV dem FC Twente Enschede für den niederländischen Nationalspieler überwiesen. Nach einer Knieprellung zum Ende der Vorbereitung konnten die Zuschauer am Samstag beim 4:1 gegen Borussia Dortmund nun zum ersten Mal sehen, warum der entlassene HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer den schnellen Außenstürmer unbedingt als Nachfolger Ivica Olics haben wollte: Ob von links in der ersten oder von rechts in der zweiten Halbzeit, Elia inszenierte die schönsten Hamburger Angriffe. Schnell ist er, und er kann dribbeln – ein richtiger Außenstürmer eben.

Elia stand etwas überraschend in der Startelf: Weil er auf einen Länderspieleinsatz mit Holland gegen England verzichtet hatte, erschien er Trainer Bruno Labbadia frischer als Jonathan Pitroipa, der mit Burkina Faso unterwegs gewesen war. „Wenn Elli mit dem Ball am Fuß anzieht, kommt kaum einer hinterher“, lobte Labbadia. Auch wenn andere die Tore geschossen hatten: Elia war die Entdeckung dieses sonnigen Nachmittags.

Labbadia wollte das so nicht sagen. Er wirkt noch angefressen von der heftigen Kritik nach dem 1:1 in Freiburg am ersten Spieltag. Während die Fans draußen schon wieder von der Meisterschaft und dem wunderschönen Tag sangen, sagte Labbadia: „Auch dieses Spiel hat mir gezeigt, dass wir noch hart arbeiten müssen. Im Grunde sind wir immer noch in der Vorbereitung.“ Er finde, man solle beim HSV nicht gleich alles nach einem Spiel infrage stellen. „Aber wir werden jetzt auch nicht in Euphorie ausbrechen."

Eine Steigerung zu den ersten 13 Minuten dürfte es in dieser Saison kaum geben. 3:1 führten die Hamburger schon, als einige Zuschauer noch im Stau standen: Das 1:0 durch Demel fiel in der dritten Minute, 1:1 durch Valdez eine Minute später, 2:1 durch den neben Elia überragenden Zé Roberto in der 10. Minute, 3:1 nach schönem Zuspiel Elias durch Guerrero in der 13. Minute.

Es kam dann auch noch zum Bundesligadebüt des teuersten Hamburger Einkaufs. Der Schwede Marcus Berg hat fast zehn Millionen Euro gekostet. Das 4:1 in der 72. Minute war sein erstes Tor. „Ich habe solch eine Stimmung noch nicht erlebt“, sagte Berg, „es war fantastisch.“

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