Hamburger SV : Mäzen Klaus-Michael Kühne ist nicht das Problem

Der HSV hat 20 Trainer in 19 Jahren verschlissen. Wie kann man da behaupten, mit dem Geldgeber im Hintergrund habe die Misere angefangen? Ein Kommentar.

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(Fehl-)Entscheider im Hintergrund? HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne.
(Fehl-)Entscheider im Hintergrund? HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne.Foto: picture alliance / dpa

Bruno Labbadia ist jetzt weg, aber für viele Beobachter beim Hamburger SV war der Trainer gar nicht das Problem. Das Quell allen Übels sitzt demnach auf Mallorca oder in der Schweiz, wo sich Klaus-Michael Kühne meist aufhält. Der Milliärdar trifft ja angeblich im Hintergrund alle (Fehl-)Entscheidungen beim HSV, dem schlechtesten Erstligisten im Jahr 2016.

Wenn man berücksichtigt, dass der HSV 20 Trainer in 19 Jahren verschlissen hat, dann wirkt die These, mit Kühne hätte die Misere begonnen, etwas abenteuerlich. Der Mäzen hat dem Verein die Lizenz gerettet, den Stadionnamen zurückgekauft und allein in diesem Sommer 30 Millionen Euro für Neueinkäufe spendiert. Und was die Personalpolitik betrifft: Der Mann bestimmt nicht im Alleingang, wofür sein Geld ausgegeben wird, er hört dabei auf seine Berater, die ihm Flöhe und Transfers ins Ohr setzen.

Nun ist es keinem Vorstandschef verboten, einen Geldgeber mit besseren Argumenten und Personalentscheidungen zu überzeugen. Ein Trainer darf auch jederzeit für sich werben, indem er seine Mannschaft weiterentwickelt. Aber Dietmar Beiersdorfer und Bruno Labbadia wirkten zuletzt arg hilflos und damit beschäfigt, ihre Haut zu retten, indirekt die Umstände beschuldigend.

Klar, Kühne ist ein starker Mann. Aber starke Männer arbeiten oft gut mit anderen starken Männern zusammen, die eigene Meinungen haben, aber wissen, wann es besser ist, zu kooperieren. Aber die sucht der HSV jetzt schon fast zwanzig Jahren. Nicht erst, seitdem Kühne da ist.

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