Hamburger SV : Ruud van Nistelrooy: Das Knie hat entschieden

Der Hamburger SV präsentiert voller Stolz seinen Neuzugang Ruud van Nistelrooy. Seinen ersten Auftritt für den HSV über 90 Minuten erwartet van Nistelrooy in drei bis vier Wochen.

Frank Heike[Hamburg]
Nistelrooy
Neuzugang Ruud van Nistelrooy (r.) und der Vorstandsvorsitzende des Hamburgers SV, Bernd Hoffmann. -Foto: dpa

Eine der entscheidenden Fragen beantwortete Ruud van Nistelrooy so, wie es sich alle Fans des Hamburger SV gewünscht haben dürften: „Ich bin sehr gut präpariert. Das operierte Knie ist perfekt. Ich habe nur noch Muskelprobleme und hoffe, in zwei Wochen gegen Köln spielen zu können.“ Seinen ersten Auftritt für den HSV über 90 Minuten erwartet van Nistelrooy in drei bis vier Wochen. In dieser Saison hatte der 33 Jahre alte Niederländer nur zwölf Liga-Minuten für Real Madrid absolviert, war einmal inklusive Verlängerung im spanischen Pokal zum Einsatz gekommen und spielte neun Minuten in der Champions League.

Der Hamburger Trainer Bruno Labbadia verhehlte nicht, dass allein die Verletzung am rechten Knie des Niederländers dem HSV ermöglicht hatte, einen Stürmer dieser Prägung zu bekommen, der zwischen 2002 und 2008 in den Trikots von Manchester United und Real Madrid zu den besten der Erde gehörte und dreimal Torschützenkönig der Champions League war. Labbadia sagte: „Man muss sich die Geschichte hinter diesem Transfer ansehen. Wir konnten ihn bekommen, weil er sich beweisen wollte, dass er noch auf hohem Niveau spielen kann. Und weil er verletzt war.“ Van Nistelrooy war am Sonntagabend beim Spiel Real Madrids gegen Malaga von den 70 000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion verabschiedet worden, er reiste am Montagmorgen weiter nach Hamburg – im eigens gemieteten Flugzeug. Um 13.30 Uhr landete die Maschine in Fuhlsbüttel, um 14.56 Uhr betrat van Nistelrooy mit HSV-Präsident Bernd Hoffmann das Podium des Pressekonferenzraumes. Das Blitzlichtgewitter begann, 25 Kamerateams waren anwesend – nie ist das Interesse an einem HSV-Profi hier größer gewesen. Van Nistelrooy sammelte gleich Sympathien durch Bescheidenheit und gutes Deutsch. „Ich habe am Sonntag in Madrid etwas abgeschlossen, heute ist für mich ein neuer Start“, sagte er. „Ich habe immer für Traditionsvereine gespielt. Wenn man fast neun Jahre für Manchester United und Real Madrid gespielt hat, kann man mit Druck umgehen. Jetzt muss ich erst mal fit werden und meine gute Form finden.“ Diese Woche will er mit einem der Hamburger Athletiktrainer arbeiten und in der nächsten Woche ins Mannschaftstraining einsteigen. Noch behindert ihn ein Muskelfaserriss in der Wade.

Dem HSV-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann war anzumerken, wie sehr ihn der aufsehenerregende Transfer freute. „Wir haben den Markt schon länger sondiert und dann irgendwann auch mal dahin geschaut, wo man eigentlich nicht hinschaut.“ Informationen über Hamburg und den HSV holte van Nistelrooy bei Rafael van der Vaart und Joris Mathijsen ein, ein Telefongespräch mit Labbadia räumte letzte Zweifel aus. „Außerdem habe ich die Bundesliga immer verfolgt“, sagte van Nistelrooy, „bei uns zu Hause lief immer samstags um sechs die Bundesliga.“ Van Nistelrooy unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2011 und soll zunächst zwei Millionen Euro Gehalt bis zum Saisonende erhalten. „Uns war es wichtig zu zeigen, dass er nicht nur ein paar Monate hier ist, sondern länger ein Stück mit uns geht“, sagte Hoffmann.

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