Sport : Hamburger SV: Steuerskandal um den HSV

Der Hamburger SV wird wieder von seiner dubiosen Vergangenheit eingeholt. Der Fußball-Bundesligist ist in einen Steuerskandal verwickelt, nachdem angeblich insgesamt fünf Millionen Mark am Fiskus vorbei geschleust wurden. Dem Klub drohen Nachzahlungen in Millionenhöhe, dem ehemaligen Präsidenten Uwe Seeler im schlimmsten Fall eine Anzeige der Staatsanwaltschaft.

HSV-Geschäftsführer Werner Hackmann wollte am Mittwoch keinen weiteren Kommentar zu dem Vorgang abgeben und verwies auf eine Pressemitteilung des Vereins. "Der HSV bestreitet die Steuerverpflichtungen dem Grunde und der Höhe nach", ließ Hackmann offiziell mitteilen. "Der HSV wird versuchen, mit der Finanzverwaltung eine gütliche außergerichtliche Regelung über die nachzuzahlenden Steuern zu finden."

So glimpflich wird der Verein aber wahrscheinlich nicht davon kommen. Eine finanzielle Einigung in der Steuerschuld hat keine Auswirkungen auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen. "Die staatsanwaltliche Prüfung der Vorgänge ist noch nicht abgeschlossen", sagte Rüdiger Bagger, der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft.

Die Steuerbehörden interessieren sich bereits seit Jahren für Transferpraktiken des Traditionsklubs zwischen 1992 und 1997. Bereits am 4. Oktober 1999 besuchten Steuerfahnder die Geschäftsstelle im neuen Volksparkstadion und schleppten Aktenberge davon. Vier Monate später klingelten sie auch an den Privatwohnungen von Uwe Seeler, dessen ehemaligen Vorstandskollegen Jürgen Engel und Harry Bähre sowie Hackmann und Team-Manager Bernd Wehmeyer und suchten nach Unterlagen.

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