Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz : "Meine Sportlehrer würden sich wundern"

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Berlins Michael Müller haben eine Gemeinsamkeit: Ihre Leidenschaft fürs Rudern. Scholz entdeckte seine Passion dafür im zarten Alter von 40 Jahren. Warum? Das erklärt er in diesem sportlichen Gespräch.

Oliver Hollenstein,Hanna Grabbe
Gerät in politischen Fragen laut eigener Aussage nie ins Schwitzen: Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.
Gerät in politischen Fragen laut eigener Aussage nie ins Schwitzen: Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.Foto: dpa

Herr Scholz, wann haben Sie zuletzt Sport gemacht?
Ich bin gestern vor der Senatssitzung auf der Alster rudern gewesen.


Müssen Sie sich zum Sport überwinden?
Nicht mehr.


Sie waren ein sportlicher Spätstarter.
Ich war immer ein sehr guter Schüler, aber total unsportlich. Das hat sich erst mit 40 geändert.


Was hat Sie damals zum Sport motiviert?
Meine Frau hat gesagt: Mach mal!

Herr Scholz, dies soll ein sportliches Interview werden. Lassen Sie uns ein Match austragen, wir sagen Ihnen Satzanfänge, Sie ergänzen. Erster Satz: Meine Gegner müssen sich warm anziehen, weil …
… ich eine gute Kondition habe.


Wenn ich Sportler bei den Olympischen Spielen wäre ...
… wäre ich ehrgeizig und würde trotzdem sagen: Es ist das Wichtigste, dabei gewesen zu sein.

Hamburg hat gewählt
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Eine gute Mannschaft überzeugt mit ...
… Teamgeist.


Meine Sportsfreunde sind …
Joggen und Rudern sind Sportarten, die man auch alleine machen kann. Ich mache ja keinen Mannschaftssport.


Was sagt das über Sie aus?
Nix.


Nächster Satz: Im Fluss bin ich …
Auf dem Fluss bin ich, wenn ich rudere zum Beispiel.


Das war nicht die Frage. Wann sind Sie im Fluss?
Beim Schwimmen. Aber das habe ich schon länger nicht mehr gemacht. Beim Rudern habe ich allerdings trainiert, was man macht, wenn man reinfällt.


Und was macht man dann?
Das Skiff aufrichten. Die Skulls festhalten. Sich mit dem Oberkörper auf das Ruderboot robben, sich mit beiden Beinen wie auf ein Pferd setzen, erst dann die Beine reinziehen. Sonst kippt man um.


Was mögen Sie am Rudern?
Es ist eine tolle Bewegung, man bewegt dabei den ganzen Körper. Außerdem gefällt mir, dass man die Stadt noch einmal ganz neu wahrnimmt. Das historische Hamburg ist ja entlang der Wasserläufe gebaut. Das nimmt man erst richtig wahr, wenn man diese Wege einmal mit dem Ruderboot nachvollzieht.


Wenn mir etwas aus dem Ruder läuft ….
Och, das passiert nicht oft.


Ins Schwitzen gerate ich, wenn …
… ich jogge oder rudere. Nicht in der Politik.


Denken Sie beim Sport an Politik?
Nö, ich denke überwiegend an nichts.


Das glauben wir Ihnen nicht.
Scholz lacht laut


Bei meinen letzten Bundesjugendspielen…
… war ich ganz schlecht. Meine Sportlehrer würden sich wundern, wenn sie meine heutigen Aktivitäten betrachten.


Wie oft machen Sie Sport?
Ich gehe einmal in der Woche rudern, zweimal laufen. Klappt ganz gut. Muss aber in den Kalender geschrieben werden, weil das sonst untergehen würde.


Sportsgeist bedeutet für mich …
… Gelassenheit und Fairness.


Meine bitterste Niederlage war …
Da ich nicht nachtragend bin, vergesse ich die immer wieder.


Ich bin ein guter Verlierer, weil …
… man nicht immer gewinnen kann. Es ist gut, sich darüber klar zu sein und gelassen zu bleiben.

Das Gespräch führten Hanna Grabbe und Oliver Hollenstein.

Berlin oder Hamburg - wer hat Olympia eher verdient? In einer gemeinsamen Sonderausgabe von ZEIT und Tagesspiegel haben wir zwei sportliche Gespräche mit den Bürgermeistern der beiden Städte geführt. Das Interview mit dem Berliner Michael Müller finden Sie hier. Die komplette Sonderbeilage "Kampf der Städte" finden Sie im E-Paper vom 12. März 2015.

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