Handball : Am Kreis läuft’s nicht rund

Oloympia-Test: Die deutschen Handballer zeigen Schwächen.

Erik Eggers[Hamm]

Es war nur das erste Testspiel einer langfristigen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Dafür aber geriet Heiner Brand häufig in Wallung. Den Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft beunruhigten große Löcher in der Abwehr und deutlich erkennbare Probleme im Positionsspiel. Am Ende feierten die 2 500 Zuschauer in der ausverkauften Arena im westfälischen Hamm trotzdem. Henning Fritz hatte den letzten und entscheidenden Ball aus neun Metern abgewehrt. Aber viele Details im Spiel des Weltmeisters stimmten noch nicht. Trotz des 26:25 (13:14)-Sieges gegen den robusten Afrikameister Ägypten. Die Stimmung im deutschen Team war wegen des Spiels gestern nicht so gut wie noch einen Tag zuvor, als die Mannschaft gemeinsam ein Bergwerk in Hamm besucht hatte. Mit Helm und guter Laune.

Im Spiel gegen Ägypten gut fünf Wochen vor dem ersten Vorrundenspiel in Peking gegen Südkorea sollte sich vor allem Oliver Köhrmann vom TV Großwallstadt als Regisseur bewähren: Der 31-Jährige muss kurzfristig den Part des zurückgetretenen Kapitäns Markus Baur übernehmen. Eine schwierige Aufgabe, zumal Köhrmann gestern erst sein siebtes Länderspiel bestritt. Etwas nervös und fahrig wirkte der Aufbauspieler in den ersten 18 Minuten. Köhrmann warf zwar ein Tor vom Kreis, aber er konnte dem deutschen Aufbauspiel noch nicht die richtige Struktur geben.

Als Weltmeister Michael Kraus vom TBV Lemgo ins Spiel kam, wurde es aber auch nicht viel besser. Überhaupt fehlte es allen Spielern an der nötigen Konzentration und Spritzigkeit, speziell in der Abwehr kamen die Weltmeister oft einen Schritt zu spät. Das deutsche Team, das nach einer Viertelstunde mit 5:8-Toren hinten lag, konnte bis zur Pause immerhin wieder auf 13:14 verkürzen.

Auch in der zweiten Hälfte war zu sehen, dass eine harte Vorbereitung hinter dem Team liegt. Die Ägypter zogen schnell auf drei Tore davon. Deutschland kämpfte sich heran und glich vier Minuten vor dem Ende durch den besten deutschen Torschützen Torsten Jansen (sieben Treffer) zum 25:25 aus. Am Ende warf Holger Glandorf noch zum 26:25 ein. „Wir haben uns gut zurückgekämpft, aber der Sieg war angesichts des Spielverlaufs glücklich“, sagte Brand.

Das Ergebnis allerdings ist unwichtig, so wie beim zweiten Testspiel gegen den gleichen Gegner heute in Hannover. Wichtig allein ist der Ausgang des Spiels am 14. August: Dann trifft der Weltmeister im dritten Vorrundenspiel des olympischen Turniers auf den Afrikameister.

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