Handball : Balingen nach Lizenz für HSV geschockt

Nach der überraschenden Kehrtwende im Lizenzstreit um den HSV Hamburg haben die betroffenen Clubs HBW Balingen-Weilstetten und HG Saarlouis massive Kritik an der Entscheidung geübt. „Das ist ein absoluter Schlag ins Gesicht“, sagte HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer. „Die Glaubwürdigkeit des deutschen Handballs leidet unheimlich darunter.“ Dem unseriösen Wirtschaften würden damit Tür und Tor geöffnet.

Als Tabellen-16. waren die Schwaben sportlich aus der Bundesliga abgestiegen, hatten nach der zweimaligen Lizenzverweigerung für den finanziell schwer angeschlagenen HSV jedoch wieder für die Bundesliga geplant. Das Schiedsgericht der Liga kippte am Mittwochabend jedoch die zuvor getroffenen Entscheidungen gegen die Hamburger. Der HSV muss allerdings bis zum 1. Juli Liquiditätslücken in Millionenhöhe schließen, ansonsten droht doch noch die Insolvenz und der Abstieg in die 3. Liga.

„Wir haben die Planung auf die 1. Bundesliga ausgerichtet, und jetzt, wenige Wochen bevor es los geht, sollen wir wieder anders planen. Das ist der Wahnsinn! Jetzt werden wir uns erst einmal schütteln und über die ganze Sache schlafen. In den nächsten Tagen müssen wir uns dann zusammensetzen und beraten, wie wir weiter vorgehen werden“, sagte Karrer dem „Schwarzwälder Boten“ (Donnerstag).

Auch in Saarlouis reagierten die Verantwortlichen geschockt. Der Klub muss nun aus der 2. Bundesliga absteigen. „Wir haben seit der Entscheidung der zweiten Instanz vor fünf Wochen intensiv auf die zweite Liga hingearbeitet. Mit so einem Urteil hat absolut niemand gerechnet“, sagte der HG-Vorsitzende Richard Jungmann der „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag). (dpa)

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