Handball : Begeistert und nervös

Die Füchse schlagen Stralsund zum Ligaauftakt 39:31.

Hartmut Moheit

Berlin - Da wurden Hände geschüttelt und es gab so manche Umarmung. Für Rico Göde war die Begegnung mit seinen ehemaligen Mitspielern vom Stralsunder HV „etwas ganz Besonderes“. Es ist noch nicht lange her, da hatte er mit ihnen noch den Aufstieg in die Handball-Bundesliga gefeiert. Dass es für ihn im ersten Saisonspiel der Füchse Berlin, seinem neuen Verein, bei einem Auftritt am Spielfeldrand blieb, lag an einem noch nicht auskurierten Handbruch. Die Füchse hätten ihn dringend gebraucht. Zwar gab es am Ende vor 4125 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 39:31 (18:17) den erwarteten Erfolg, aber der wurde äußerst mühsam erkämpft. „Jeder wollte, die Begeisterung war da, aber durch Nervosität wurden zu viele Fehler gemacht“, sagte Berlins Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Dabei sah es nach einem gelungenen Start bis zum 6:2 (7. Minute) nach einem sicheren Erfolg für die Berliner aus. Doch statt daraus Selbstvertrauen zu gewinnen, ging mehr und mehr die Struktur verloren. Göde hatte seine Teamgefährten zwar vor den schnellen Außen Ivan Nincevic und Samaras Nikilaos gewarnt, ernst genommen hat man ihn jedoch offensichtlich nicht. So konnte Stralsund in der ersten Halbzeit die Füchse-Führungen (10:7/15. und 14:12/24.) nahezu problemlos ausgleichen. Die Gastgeber übertrafen sich im Auslassen der großen Chancen gegenseitig. Mark Bult und Sascha Detloff fielen dabei ganz besonders auf.

Trotzdem standen die Fans hinter ihrem Team. Und dann war da auch noch Petr Stochl im Füchse-Tor, der Kapitän, der mit seinen Paraden nicht nur ein Signal setzte. Als es in der zweiten Halbzeit immer noch ganz eng war, hielt er zwei Siebenmeter, beim Stand von 23:21 (39.) und 25:24 (46.). Dann kamen die letzten zehn Minuten, die nach dem Spielverlauf so niemand mehr erwartet hatte: Stralsund baute enorm ab und die Füchse hatten urplötzlich freie Bahn. Konrad Wilczynski gelangen drei Treffer hintereinander, am Ende war er mit zehn Toren der erfolgreichste Werfer. Auch Bult und Detloff konnten noch zum Erfolg beitragen, den Trainer Jörn-Uwe Lommel als „sehr hart erkämpft und mutmachend“ bezeichnete. „Jetzt kann die Arbeit anfangen.“Hartmut Moheit

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