Handball-Bundesliga : Die Füchse Berlin dürfen endlich wieder jubeln

Nach vielen Misserfolgen gewinnen die Handballer der Füchse Berlin am Dienstagabend mit 24:22 gegen Frisch Auf Göppingen.

von
Paul Drux machte ein starkes Spiel.
Paul Drux machte ein starkes Spiel.Foto: p-a/dpa

Zum Abschluss des Jahres rücken die kleineren und größeren Verfehlungen gern mal in den Hintergrund, dann überwiegt der Gesamteindruck. Dass es in der Bundesliga nicht so richtig laufen will? Geschenkt. Tabellenplatz zehn vor dem Spiel? Für den Moment ebenfalls egal. 9000 Zuschauer in der ausverkaufen Max-Schmeling-Halle haben die Füchse Berlin bei ihrem letzten Heimspiel im Kalenderjahr 2014 am Dienstagabend so lautstark und enthusiastisch begrüßt wie schon lange nicht mehr: Der Pokalsieg, also der erste Titel der Vereinsgeschichte, wurde nochmal öffentlichkeitswirksam in Erinnerung gerufen, für den scheidenden Abwehrchef Kasper Nielsen gab es zum Abschied einen großen Blumenstrauß und, ach ja, Handball wurde auch noch gespielt.
Mit zuletzt eher unüblichem Ausgang aus Berliner Sicht: Mit 24:22 (11:12) besiegten die Füchse Frisch Auf Göppingen. „Wir haben unseren Fans zuletzt nicht viele Gelegenheiten zum Jubeln gegeben“, sagte der Berliner Pavel Horak. „Jede Handball-Halle hätte wahrscheinlich anders reagiert bei so einem Negativ-Lauf, deshalb müssen wir uns tausend Mal für die Unterstützung bedanken.“


So friedlich und freundschaftlich wie vor dem Anpfiff ging es im Spiel nicht zu, im Gegenteil: Beide Teams lieferten sich von Beginn an ein umkämpftes, enges Match. Die Göppinger hielten das Ergebnis mit langen, gut strukturierten Angriffen niedrig und den Vorsprung lange Zeit fest. Nach dem Tor durch Jesper Nielsen zum 1:0 brauchten die Füchse ganze 38 Minuten, ehe der Anhang überhaupt mal wieder eine Führung bejubeln durfte (15:14). Dabei wurde ein großes Manko offensichtlich, das die Berliner nun schon durch das komplette Halbjahr begleitet: die enorme Schwäche im Torabschluss.

Paul Drux trumpfte nach der Pause auf

Nach der Halbzeit tat sich dann – auch das bezeichnend – der Jüngste im Berliner Kader mit wichtigen Toren hervor: Paul Drux traf nach 47 Minuten erneut zum Ausgleich (18:18) und läutete damit die beste Phase seines Teams ein: Mit einer Kombination aus aggressiver Defensive, einem gut aufgelegten Silvio Heinevetter im Tor und der Unterstützung von den Rängen bogen die Berliner in der Schlussphase ein Spiel zu ihren Gunsten, das lange auf der Kippe gestanden hatte. Beste Berliner Werfer waren Mattias Zachrisson, Jesper Nielsen, Fredrik Petersen und Drux mit je vier Toren. Christoph Dach

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar