Handball-Bundesliga : Füchse Berlin ringen Melsungen 33:31 nieder

In einem spannenden Bundesliga-Spiel tun sich die Füchse lange schwer gegen Melsungen, setzen sich am Ende dann aber doch knapp durch.

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Silvio Heinevetter erlebte mit den Füchsen ein spannendes Spiel gegen Melsungen.
Silvio Heinevetter erlebte mit den Füchsen ein spannendes Spiel gegen Melsungen.Foto: dpa

Volker Zerbe konnte sich ein Lachen auf der Ersatzbank nicht verkneifen. Musste ja so kommen, ist schließlich fast schon Tradition, sollte der Gesichtsausdruck des Sportkoordinators der Füchse Berlin wohl bedeuten. Wenn sich Berlins Handballer und jene der MT Melsungen in den letzten Jahren gegenüberstanden, sei es im Pokal oder in der Bundesliga, dann hatte das bisweilen mindestens griechisch-römische Züge. Auch im neuerlichen Aufeinandertreffen am Mittwochabend dauerte es handgestoppte 28 Sekunden, bis der erste Spieler quer durch die Luft flog und unsanft auf dem Hallenboden landete, im konkreten Fall war es Melsungen Michael Müller, der von Abwehrchef Jakov Gojun auf die Reise durch ungeahnte Höhen geschickt wurde. Es sollte ein Vorgeschmack dessen sein, was in den 59 Minuten danach folgte, nämlich ein extrem physisches umkämpftes und spannendes Spiel - mit dem besseren Ende für die Gastgeber: Vor 6439 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle setzten sich die Füchse mit 33:31 (14:18) durch. 

Die Berliner begannen drei Tage nach dem Remis beim VfL Gummersbach zunächst ohne ihren besten Torjäger Petar Nenadic in der Startformation - eine ausgesprochen schlechte Idee, weil ihnen ohne den Kreativspieler die Ideen gegen eine kompakte und disziplinierte Melsunger Deckung fehlten. So setzten sich die Hessen schnell mit einigen Toren ab und zeigten auch in der Folge, weshalb sie letzte Saison in der Tabelle vor den Füchsen auf Rang vier eingelaufen waren: Harte Defense, lange, kluge Angriffe in der Offensive und eine geringe Fehlerzahl - mit diesem Rezept erspielte sich Melsungen bis zur Halbzeit einen hübschen Vier-Tore-Vorsprung (14:18),  und dabei tat sich vor allem der ehemalige Berliner Rechtsaußen Johannes Sellin hervor.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Berliner wesentlich entschlossener und konzentrierter aus der Kabine und holten Tor und Tor auf: Nach einer Dreiviertelstunde glich Bjarki Elisson erstmals seit dem Anpfiff aus, wenig später traf Nenadic zur ersten Führung (22:21). Allerdings steckten auch die Gäste nicht auf und gestalteten das Match bis in die Schlusssekunden offen. Sellin sorgte mit einem verwandelten Strafwurf zum 30:29 für eine Drucksituation, aus der sich die Berliner aber befreien konnten: mit einem gehaltenen Strafwurf von Petr Stochl und dem entscheidenden Treffer zum 33:31-Endstand durch Paul Drux. Bester Berliner Werfer und überragender Mann auf dem Feld war Rechtsaußen Hans Lindberg, dem sensationelle 13 Treffer gelangen. 

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