Handball-Bundesliga : Füchse Berlin schlagen Minden sicher

Die Füchse gewinnen in der Handball-Bundesliga zum fünften Mal in Folge. Beim deutlichen 32:25-Erfolg gegen Minden trifft sogar ein Spieler, der sonst eher für das Toreverhindern zuständig ist.

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Iker Romero grinste, wie man ihn im Spiel schon lange nicht mehr hatte grinsen sehen. Dagur Sigurdsson tat es den meisten der 5835 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle gleich und spendete höchstselbst Applaus. Und schließlich stand auch noch Bob Hanning auf und zog gestenreich den imaginären Hut nach dieser ungewöhnlichen Aktion von Denis Spoljaric. Wenn selbst der Kroate trifft, ein ausgewiesener Abwehrspezialist, können die Füchse Berlin dann überhaupt ein Spiel verlieren? Am Mittwochabend jedenfalls nicht. Mit 32:25 (15:12) setzten sie sich gegen GWD Minden durch. Der fünfte Bundesliga-Sieg in Serie bedeutete zugleich den Sprung auf Tabellenplatz zwei. "Wir haben nach dem emotionalen Sieg in Magdeburg eine ziemlich frustrierende erste Halbzeit gesehen", sagte Trainer Dagur Sigurdsson, "aber heute zählen einfach nur die Punkte – egal wie."

Der Isländer hatte seine Startformation im Vergleich zur bisher besten Saisonleistung gegen Magdeburg auf zwei Positionen verändert: für Pavel Horak begann im linken Rückraum Sven-Sören Christophersen und auf Rechtsaußen erhielt Markus Richwien erstmals in dieser Bundesliga-Spielzeit den Vorzug vor Mattias Zachrisson – und Richwien lenkte die Aufmerksamkeit mit einem feinen Heber (5:3/11. Minute) auch direkt auf sich. Überhaupt wusste die Flügelzange der Füchse zu überzeugen: Richwien und Linksaußen Fredrik Petersen hatten zur Pause mehr als die Hälfte der Berliner Treffer erzielt, wobei einem Mindens Torhüter Jens Vortmann schon leidtun konnte in Anbetracht der freien Würfe, die seine Vorderleute gewährten. Der gebürtige Berliner Vortmann, bis 2009 noch dem Aufgebot der Füchse zugehörig, benötigte eine Viertelstunde, ehe er zum ersten Mal ein Körperteil an den Ball gebracht hatte. 

Wenn die erste Halbzeit unter Offensiv-Aspekten den Außen gehörte, dann gehörte die zweite zunächst dem Kreisspieler der Berliner: Jesper Nielsen erzwang mit seiner immensen Physis unter anderem drei Siebenmeter und erzielte vier Treffer selbst, wenngleich die Berliner einen insgesamt geschlossenen Auftritt zeigten: elf Spieler hatten sich am Ende der Partie ins die Torschützenliste eingetragen, weshalb der Vorsprung bis zum Abpfiff kontinuierlich anwuchs. 

Nach fünf Pflichtspielen in den vergangenen zweieinhalb Wochen haben die Berliner nun elf freie Tage vor sich, ehe die Spitzenspiele gegen Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen anstehen. Dass Denis Spoljaric auch da trifft, ist allerdings höchst fragwürdig.

Statistik: Füchse Berlin - GWD Minden 32:25 (15:12)

Füchse Berlin: Igropulo 6 Tore/davon 4 Siebenmeter, Richwien 6, Nielsen 4, Horak 3, Petersen 3/2, Jaszka 2, Löffler 2, Romero 2, Wiede 2, Christophersen 1, Spoljaric 1.
GWD Minden: Steinert 8, Bilbija 4, Kunkel 4, Svitlica 3/1, Südmeier 3, Tesch 2, Fuchs 1.
Strafminuten: 6 / 12.

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