Handball-Bundesliga : Füchse Berlin unterliegen Hannover-Burgdorf mit 28:29

Vier Tage nach der peinlichen Niederlagen in Minden verlieren die Füchse-Handballer erneut. Das 28:29 gegen Hannover-Burgdorf ist die erste Heimniederlage der Saison - die Berliner sind derzeit weit davon entfernt, ein Spitzenteam zu sein.

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Das Tor ist zu. Hannovers Torhüter Martin Ziemer (l.) überragte.
Das Tor ist zu. Hannovers Torhüter Martin Ziemer (l.) überragte.Foto: Imago/König

Dagur Sigurdsson musterte den Spielberichtsbogen samt aller statistischen Werte, die das gute Stück so hergibt. Je häufiger der Isländer den Blick über das Papierstück wandern ließ, umso mehr verfinsterte sich seine Miene. „Wir müssen diese Niederlage so akzeptieren, auch wenn mir das sehr schwerfällt“, sagte der Trainer der Füchse Berlin am Sonntagnachmittag. Wie schon in der Vorsaison unterlag der Handball-Bundesligist im Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf, wie schon in der Vorsaison betrug der Unterschied am Ende: ein Tor –28:29 (13:16). „Kämpferisch kann ich niemandem einen Vorwurf machen“, sagte Sigurdsson nach der ersten Heimniederlage der Saison, „aber guten Handball haben wir heute – vielleicht abgesehen von den ersten 20 Minuten – nicht gespielt.“

Vier Tage nach der peinlichen Niederlage in Minden (21:30) hatte der Isländer seine Startformation umgestellt; zum ersten Mal in dieser Saison standen die beiden Hochbegabten der Berliner, namentlich Paul Drux, 19, und Fabian Wiede, 20, gemeinsam in der ersten Sieben. Letzterem gelangen auch die ersten beiden Treffer für sein Team.

Bei feinstem Mauerpark-Wetter und einer Großveranstaltung wie dem Berlin-Marathon hatten nur 6487 Zuschauer den Weg in die Max-Schmeling-Halle gefunden. Vor allem zu Beginn sahen sie aber ein unterhaltsames Handball-Spiel, weil beide Vertretungen ihre defensiven Verpflichtungen vernachlässigten: Nach zehn Minuten waren bereits 13 Treffer gefallen. Mit zunehmender Spielzeit fanden dann allerdings Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter und Hannovers Martin Ziemer besser in die Begegnung. Mit einem parierten Siebenmeter läutete Heinevetter die stärkste Phase seines Teams ein, an deren Ende schließlich eine Zwei-Tore-Führung stand (10:8/16.).

Die Füchse liefen in der zweiten Halbzeit dem Rückstand hinterher

So wie Coach Sigurdsson unzufrieden mit der jüngsten Darbietung seines Teams war, so war er in der Schlussphase des ersten Durchgangs auch ganz und gar nicht einverstanden mit einer Vielzahl von Entscheidungen, die das Schiedsrichter-Gespann Hanspeter Brodbeck und Simon Reich traf. Weil Sigurdsson an der Seitenlinie öffentlichkeitswirksam schimpfte, wurde er zunächst verwarnt. Weil er ungeachtet dessen weiterschimpfte, verhängten die Unparteiischen wenig später sogar eine Zeitstrafe gegen die Berliner Bank. In doppelter Überzahl erspielten sich die Hannoveraner in dieser Phase eine 16:13-Pausenführung.

So sehr sich die Berliner in der zweiten Halbzeit auch mühten, dem Rückstand liefen sie ständig hinterher. Das lag einerseits daran, dass Spielmacher Petar Nenadic in der Offensive kaum Unterstützung von seinen Teamkollegen erhielt. Der Serbe – mit 13 Treffern bester Füchse-Werfer – erzielte zwischenzeitlich acht Treffer, ohne dass sich ein anderer Berliner in die Torschützenliste eintrug. Andererseits fand die Deckungsreihe weiterhin kein Mittel gegen Hannovers wuchtiges Kreisläufer-Gespann, bestehend aus Juan Candau und Joakim Hykkerud, die reihenweise Strafwürfe erzwangen, welche wiederum Lars Lehnhoff sicher verwandelte. Zudem scheiterten sie immer wieder am nun überragenden Martin Ziemer im Tor der Gäste.

Die letzte Chance vergab Fabian Wiede Sekunden vor dem Ende mit einem mehr oder weniger verzweifelten Wurf, der über dem Tor landete. Gerecht wäre eine Punkteteilung an diesem Nachmittag aber auch nicht gewesen.

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