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Handball-Bundesliga : Füchse Berlin verlieren zum Auftakt in Melsungen

Die Füchse Berlin machten am Mittwoch ihren Fehlstart in die Saison perfekt. Nur fünf Tage nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation beim Hamburger SV setzte es beim MT Melsungen eine deutliche 23:28 (12:13)-Niederlage.

Torsten Kohlhaase

Wenn die reinen Resultate aus den ersten Pflichtspielen als Maßstab gelten dürfen, stehen die Füchse Berlin vor einer schwierigen Saison. Nach dem dramatischen Scheitern in der Qualifikation zur Champions League verlor das Team von Trainer Dagur Sigurdsson auch sein Auftaktspiel in der Handball-Bundesliga. 23:28 (12:13) hieß es gestern bei der MT Melsungen. Dabei zeigten die Berliner – ganz im Gegensatz zu den Partien gegen den HSV – vor allem in der zweiten Halbzeit eine ganz schlechte Leistung. „Wir haben das Spiel mit einer extrem schwachen Phase nach der Pause weggeschmissen, da hatte die Mannschaft einen totalen Blackout“, sagte Sigurdsson.

Vor 3338 Zuschauern in der Kasseler Rothenbachhalle wusste einzig Neuzugang Pavel Horak zu überzeugen, der mit acht Toren erfolgreichste Werfer des Abends.

Dass es ein arbeitsintensiver Ausflug für die Berliner werden würde, zeigte sich bereits in Hälfte eins. Nach zwischenzeitlichen Führungen (2:0, 6:4) kam mit der ersten Hinausstellung gegen Mattias Zachrisson ein Bruch ins Spiel der Füchse, beim 8:7 führten die Hessen zum ersten Mal – weil Silvio Heinevetter im Füchse-Tor kaum einen Ball hielt, sein Gegenüber Mikael Appelgren dagegen umso mehr. Am Ende des Tages hatte der Schwede überragende 25 Paraden aufzuweisen. Die Abschlussschwäche der Füchse war auch der Hauptgrund für den Halbzeit-Rückstand.

In der zweiten Halbzeit reihten sich dann auf Seiten der Gäste noch ungewöhnlich viele technische Nachlässigkeiten in die Fehlerkette ein. Obwohl die Melsunger in Unterzahl agierten, setzten sie sich zunächst auf 16:12 ab. Sigurdsson reagierte umgehend und brachte Petr Stochl für den glücklosen Heinevetter – ohne Erfolg. Die Zwillinge Michael und Philipp Müller sorgten mit drei weiteren Treffern für eine Vorentscheidung zu Gunsten der Hessen (19:12).

Dass Pavel Horak den mächtigen Lauf der Melsunger nach neun Minuten ohne eigenen Treffer und gefühlten zehn Fehlwürfen unterbrach, war dabei bezeichnend für die immer unkonzentrierter agierenden Füchse, bei denen nun gar nichts mehr zusammenlief. Immerhin sorgte Colja Löffler wenig später mit drei Treffern noch einmal für Hoffnung, der eingewechselte Linksaußen verkürzte zumindest auf 19:24. Überhaupt hatten sich zu diesem Zeitpunkt erst vier Berliner Spieler in die Torschützenliste eingetragen, das Spiel wirkte viel zu durchsichtig. Entsprechend aufgebracht zeigte sich Trainer Sigurdsson bei der letzten Auszeit. Da stand es bereits 22:27 – und der Ausgang war absehbar. „Wir haben so schlecht gespielt, das müssen wir analysieren“, sagte Sigurdsson.

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