Handball-Bundesliga : Füchse kassieren erste Niederlage

Die Füchse unterliegen in Hamburg 27:31 – durch die erste Niederlage im achten Spiel büßen die Berliner auch ihre Tabellenführung ein.

Erik Eggers[Hamburg]
Der Schmerz und die Niederlage. Berlins Konrad Wilczynski (l.) und Hamburgs Guillaume Gille gehen sich nicht aus dem Weg.
Der Schmerz und die Niederlage. Berlins Konrad Wilczynski (l.) und Hamburgs Guillaume Gille gehen sich nicht aus dem Weg.Foto: dpa

Martin Schwalb ballte triumphierend die Faust, er als die Arena verließ, und die meisten der 13171 Fans jubelten ihm zu. Beleg dafür, wie wichtig dieser 31:27 (16:13)-Sieg gegen die Füchse Berlin für den Trainer des HSV Handball war: Vier Punkte wären die Berliner den Hamburgern bei einem Erfolg voraus gewesen. Aber nachdem die Füchse sowohl gegen Kiel als auch Flensburg gewinnen konnten, war das dritte starke norddeutsche Team nicht zu schlagen. Der Tabellenführer Berlin ist gestürzt. Nach der ersten Niederlage im im achten Spiel rangieren die Füchse nun auf dem dritten Tabellenplatz, punktgleich mit den führenden Teams aus Kiel und Hamburg.

„Wir haben gut gespielt, aber der Gegner war besser. Wir haben alles gegeben“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson und wirkte gar nicht mal sonderlich traurig. Den Füchsen, die Manager Bob Hanning schon mit Mainz 05 verglichen hatten, ist also einen Tag nach den rheinhessischen Fußballern das Gleiche passiert – ebenfalls gegen Hamburg.

Natürlich war nach den rhetorischen Giftpfeilen, die vor dem Spitzenspiel abgeschossen worden waren auf Seiten des HSV ein wenig Genugtuung dabei: Hanning hatte in Interviews behauptet, mit den Millionen des Mäzens Andreas Rudolph wäre er längst Deutscher Meister geworden. Andererseits drückte der Jubel auch den großen Respekt aus, den man dem Gegner nach dessen Siegesserie entgegengebracht hatte. „Man hat gesehen, warum Berlin ganz vorne steht“, sagte HSV-Sportdirektor Christian Fitzek. „Die Füchse haben hier sensationell gespielt“, sagte HSV-Präsident Andreas Rudolph.

Die Gäste fanden nur schwer ins Spiel. Der Rückraum der Füchse funktionierte zunächst nicht. Regisseur Bartlomiej Jaszka war nicht in der Lage, seine Nebenleute vernünftig gegen den 6:0-Deckung des Gastgebers einzusetzen. Der Halbrechte Petersson, der bislang eine überragende Saison absolviert, ließ sich von Gegenspieler Torsten Jansen den Schneid abkaufen. Einerseits also warfen sie aus schlechten Wurfpositionen. Andererseits leisteten sich die Füchse im Angriff zu viele technische Fehler, eine Einladung, die der HSV gern annahm: Als Nationalspieler Michael Kraus zum 6:3 traf, verwandelte er bereits den dritten Tempogegenstoß für die Hamburger.

Und doch hielten die Füchse lange Zeit Anschluss. Denn auch die Hamburger bekamen nach 15 Minuten erkennbare Probleme mit dem 6:0-Abwehrverbund des Gastes, deren Kern zunächst Denis Spoljaric und Torsten Laen, dann Laen und Stian Vatne bildeten. Initiiert durch eine bessere Abwehrleistung, steigerte sich plötzlich auch die Offensive: Sven-Sören Christophersen, der anfangs blass geblieben war, traf nun von der halblinken Königsposition, fast wie er wollte: Als er den fünften Ball in Folge einnetzte, jubelte die ganze Bank des Gastes, denn nun waren die Füchse beim Stand von 12:11 wieder dran.

Zwar konnte der HSV noch einmal die Schlagzahl erhöhen und führte, angetrieben durch den kroatischen Spielmacher Domagoj Duvnjak, der kurz vor der Halbzeitsirene per Sprungwurf traf, zur Pause mit 16:13. Und doch blieben die kampfstarken Füchse bis zur 40. Minute in Schlagdistanz. Erst dann machte sich bemerkbar, dass dieses Team noch über zu wenig Routine in heiklen Lagen verfügt. Beim Stand von 21:18 stahl ihnen Domagoj Duvnjak einen Ball und brachte den HSV erstmals mit vier Treffern in Front. Zwar verkürzten die Füchse den Rückstand noch einmal durch drei Treffer Konrad Wilczynskis auf 27:24 (54. Minute). Aber am Ende brachte der Gastgeber den Vorsprung doch sicher ins Ziel und stoppte die Siegesserie der Füchse.

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