Handball-Bundesliga : Komische Nummer: Füchse Berlin vergeben Trikot von Iker Romero

Eigentlich hängt das Trikot von Iker Romero in Berlin unterm Hallendach, die Rückennummer 18 hat sein alter Klub trotzdem wieder vergeben.

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Iker Romero, 34, ist mittlerweile Handball-Rentner - und sein Trikot hängt unter dem Dach der Max-Schmeling-Halle. Trotzdem haben die Füchse Berlin die Nummer des Spaniers wieder vergeben, an Hans Lindberg nämlich.
Iker Romero, 34, ist mittlerweile Handball-Rentner - und sein Trikot hängt unter dem Dach der Max-Schmeling-Halle. Trotzdem haben...Foto: dpa/Schulze

Bei seinem alten Arbeitgeber ist Iker Romero schon länger nicht mehr gesichtet worden. Die letzten Berührungspunkte mit den Füchsen Berlin gab es für den Spanier bei der Handball-Europameisterschaft in Polen, an der auch viele Spieler des Bundesligisten teilgenommen haben. Falls Romero, heute Teammanager der spanischen Nationalmannschaft, irgendwann einmal wieder nach Berlin in die Max-Schmeling-Halle kommt, dürfte ihm allerdings eine seltsame Konstellation auffallen. Das Trikot mit der Rückennummer 18, das die Füchse in Ehrerbietung für ihren langjährigen Kapitän und Publikumsliebling unter das Hallendach haben hängen lassen, ist mittlerweile nämlich wieder im Umlauf. Es wird neuerdings von einem anderen großen Spieler getragen, von Hans Lindberg, dem Winter-Zugang der Füchse vom insolventen HSV Handball – eine komische Nummer.

Bei anderen Berliner Klubs, die Trikots verdienter Spieler ebenfalls nicht mehr vergeben, wäre die Entrüstung in einem vergleichbaren Fall gewaltig. Man stelle sich nur mal vor, bei den Eisbären läuft jemand mit der Rückennummer 11 auf, die für die Ewigkeit für Vereinslegende Sven Felski reserviert ist. Beim Anhang der Füchse ist offenbar noch keine Empörung ausgebrochen. „Wir sind schon häufiger darauf angesprochen worden und haben uns eingehender mit dem Thema beschäftigt, weil es seit längerer Zeit unter anderem in diversen Fan-Foren diskutiert wird“, sagt Bob Hanning, der Manager der Füchse. An der Situation findet er nichts

Die Tradition kommt aus dem US-Sport

Außergewöhnliches oder gar Skandalöses. „Zunächst einmal ist es so, dass es sich natürlich nicht um ein Versehen handelt. Zum anderen sind Menschen und ihre Leistungen für mich keine Nummern, deshalb finde ich es legitim, dass wir das Trikot wieder vergeben haben“, sagt Hanning. Ohnehin stünden Romeros Verdienste für die Füchse außer Frage, „Iker war in den letzten Jahren ein ganz wichtiger Teil unserer Geschichte“, sagt Hanning. Genau das wollten die Verantwortlichen der Berliner zum Ausdruck bringen, als sie Romero vor einem Dreivierteljahr unter großem Jubel und mit der Installation des Trikots unterm Hallendach verabschiedeten. „An unserem Ansehen für Iker wird sich jetzt nichts ändern, nur weil wieder jemand mit der Rückennummer 18 aufläuft“, sagt Hanning.

Ungewöhnlich ist die Vorgehensweise der Füchse aber allemal, auch wenn Lindberg schon beim HSV die Nummer 18 trug. Dazu genügt ein Blick auf den Ursprung der Tradition. Nummern nicht mehr zu vergeben, gehört seit Jahrzehnten zu den größten Auszeichnungen, die sich ein Athlet im US-Sport verdienen kann. Die bekanntesten Beispiele dafür sind Basketballer Michael Jordan von den Chicago Bulls (Rückennummer 23) sowie Wayne Gretzky, dessen Nummer 99 in der National Hockey League (NHL) von keinem Spieler getragen werden darf.

So genau wollen es die Füchse in Zukunft nicht nehmen. Hanning hält es sogar für möglich, die Nummern von Petr Stochl und Diethard Finkelmann neu zu vergeben. Der Torhüter und der Feldhandball-Weltmeister von 1966 bilden im Moment die sogenannte Legendengalerie – mit Iker Romero.

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