Sport : Handball-Bundesliga: Kommentar: Ein Startschuss der verhallt

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Es ist noch nicht so lange her, da geisterte das Schlagwort vom 1. FC Berlin durch alle Köpfe. Hertha BSC, Tennis Borussia und Blau-Weiß 90 - vereint zu einem starken Fußballklub, in der Bundesliga eine feste Größe. Was aus den Ideen wurde, ist bekannt: nichts. Geboren wurden sie während einer Zeit, da Fußball in Berlin darniederlag.

Noch schlimmer sieht es derzeit mit dem Handball in Berlin aus. Die Hauptstadt ist Provinz. "Dann müssen die Vereine eben eine Fusion anstreben", gibt der Berliner Stefan Kretzschmar die Parole aus. Das klingt idealistisch. Denn wer sieht schon gern über den Vereinszaun hinaus? Für Kretzschmar ist das "eine Riesenkatastrophe, Kleinkrieg auf nidrigstem Niveau".

Der große Handball findet ohnehin nicht in den großen Städten, sondern auf dem Lande statt. Nicht in Berlin, München oder Hamburg, sondern in Lemgo, Flensburg und Wallau, freilich auch in Magdeburg und Kiel. Neuerdings auch wieder in Göppingen. Dort, im regionalen Bereich, ist Handball in. Dass er es darüber hinaus weniger ist, liegt auch daran, dass die Nationalmannschaft in den letzten Jahren meist zweiter Sieger war. Und weil dieser Sport noch immer in alten Gleisen fährt, die Jugendliche nur begrenzt anspricht. Weil ihnen auch die Idole fehlen. Ein Kretzschmar reicht nicht.

Oder reicht vielleicht am Ende doch die sportliche Leistung der Kretzschmar, von Behren, Stephan und Schwarzer, um wieder Begeisterung zu entfachen wie einst zu Zeiten eines Vlado Stenzel? Die Europameisterschaft im Januar/Februar in Schweden wird Fingerzeige geben. Erst einmal aber, am 8. September, fällt der Startschuss für die neue Bundesligasaison. In Berlin wird man ihn kaum hören.

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