• Handball - DHB-Pokal: Füchse Berlin klarer Außenseiter bei den Rhein-Neckar Löwen

Handball - DHB-Pokal : Füchse Berlin klarer Außenseiter bei den Rhein-Neckar Löwen

Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen wollen endlich Deutscher Meister werden. Heute geht es aber erst einmal im Pokal-Achtelfinale gegen die Füchse Berlin.

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Wild entschlossen. Andy Schmid und die Rhein-Neckar Löwen waren das spektakulärste deutsche Team der letzten Jahre – für einen Titel hat es aber nie gereicht.
Wild entschlossen. Andy Schmid und die Rhein-Neckar Löwen waren das spektakulärste deutsche Team der letzten Jahre – für einen...Foto: dpa/Ansbach

Andy Schmid hat das Unheil von der Couch aus verfolgt. „Ein Heimspiel im Achtelfinale des DHB-Pokals“, dachte der Schweizer, „das klang erst mal gut“. Weniger erbaulich klang allerdings der Gegner, der seinem Team, den Rhein-Neckar Löwen, zugelost wurde: Füchse Berlin. „Darüber hat sich bestimmt keine der beiden Mannschaften gefreut“, sagt Schmid. Berlins Handballer wohl noch weniger.

Trotz der überwiegend positiven Eindrücke der noch jungen Saison sind die Füchse heute Abend (19 Uhr) Außenseiter, wenn sie um den Viertelfinal-Einzug spielen. Das liegt jedoch weniger an ihnen selbst als vielmehr an dem, was man bisher so von den Löwen gesehen hat: Als einziger Bundesligist sind sie noch ohne Verlustpunkt (22:0), nach elf Spieltagen beträgt ihr Vorsprung auf die Konkurrenz aus Flensburg (17:5) und Kiel (14:6) fünf beziehungsweise acht Punkte – ein außerordentliches Polster zu diesem frühen Zeitpunkt. „Wir denken jetzt nicht, dass wir die Könige von Deutschland sind“, sagt Schmid, der wertvollste Spieler der letzten Saison, „aber die Chancen auf unsere erste Meisterschaft standen schon mal schlechter.“

Dabei waren die Löwen zuletzt zwei Mal so knapp dran: Nach der Spielzeit 2013/14 fehlten ihnen zwei lächerliche Tore auf Serienmeister Kiel, letzten Sommer waren es dann zwei Punkte. „Wir sind gebrannte Kinder“, sagt Schmid darauf angesprochen, „das war unglaublich dramatisch und bitter für uns.“ Zumal sein Klub, da herrscht Konsens bei den Experten, in den letzten Jahren den spektakulärsten Handball aller deutschen Teams gespielt hat. Nur hat es eben nie gereicht für einen nationalen Titel, auch im Pokal war verlässlich im Halbfinale Schluss. Jetzt, so scheint es, ist die Zeit für die Löwen gekommen. Bundestrainer Dagur Sigurdsson etwa hat sie kürzlich in seiner Saisonprognose zum Favoriten erhoben. „Das habe ich so nicht erwartet“, sagt Schmid.

Die Konstanz der Mannheimer ist umso erstaunlicher, als sie vor der Saison zwei langjährige Leistungsträger verloren haben: Niklas Landin, der womöglich beste Torhüter der Liga, ist nach langem Werben dem Angebot vom THW Kiel erlegen, Kreisläufer Bjarte Myrhol ging nach sechs Jahren zurück in die Heimat nach Dänemark. Abgesehen davon ist der Kader allerdings zusammengeblieben, so wie auch schon in den Spielzeiten zuvor. „Unser großer Vorteil ist, dass wir über Jahre eingespielt sind“, sagt Schmid. Trotzdem steht schon jetzt ein Abgang zum Saisonende fest: Uwe Gensheimer, der Kapitän der Nationalmannschaft, verlässt seinen Heimatklub in Richtung Paris – und hätte sicherlich nichts dagegen, wenn er das mit einer Meisterschaft als letzter Amtshandlung tun könnte.

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