Handball : Die Feier ist schon geplant

Die HSV-Handballer wollen heute den THW Kiel stürzen. Während die Kieler die Gelassenheit des Titelverteidigers ausstrahlen, stehen die Hamburger mehr unter Druck.

Erik Eggers

Hamburg - So oder so, am heutigen Sonnabend geht es um historische Dimensionen. Sollte der HSV Hamburg das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel (16.30 Uhr, live bei Sport1) nicht verlieren, wäre der Klub erstmals Deutscher Meister. Im anderen Fall stünden die Kieler, die drei Spieltage vor Saisonende einen Punkt hinter den Hanseaten liegen, vor dem sechsten Titel in Serie. Das wäre neuer Rekord. Sicher ist, dass es vor 13 200 Zuschauern in der Halle am Volkspark ein Handballfest geben wird.

Während die Kieler die Gelassenheit des Titelverteidigers ausstrahlen, stehen die Hamburger mehr unter Druck. Jedem der HSV-Profis ist bewusst, wie sehr sich Klubpräsident Andreas Rudolph diesen Titel wünscht. Knapp 20 Millionen Euro soll der Medizinunternehmer seit 2005 in den Verein gesteckt haben. „Kiel ist die Nummer eins, aber wir wollen an diesem Status rütteln“, lautet sein Credo. Nun soll es endlich klappen, nachdem der HSV 2007 nur wegen der schlechteren Tordifferenz scheiterte. „Wir sind einfach dran“, sagt HSV-Sportdirektor Christian Fitzek.

Die Feierlichkeiten sind offenbar bereits minutiös geplant. Die Hamburger haben für den nächsten Freitag, wenn man mit einem Sieg gegen Kiel die Meisterschaft gegen Hannover-Burgdorf perfekt machen will, angeblich schon ein Hotel auf dem Kiez gebucht, wo man bereits im April den Pokalsieg begoss. Und für den darauffolgenden Samstag soll Rudolph das Team auf seine Finca nach Mallorca eingeladen haben. An der Förde findet man diese Pläne ziemlich respektlos.

Nervös sind beide Teams. „Ich habe mein Handy in ein Handtuch gewickelt“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason. „Es geht jetzt darum, sich in Ruhe vorzubereiten.“ Und beim HSV sind, anders als sonst, in dieser Woche keine Medienvertreter beim Training zugelassen. Speziell für Trainer Martin Schwalb wird das Spiel eine weitere schwere Probe. Ihm wird vorgehalten, sein Team trotz vieler Stars noch nicht zu den höchsten Zielen geführt zu haben. Oft schon stand Schwalb kurz vor dem Rausschmiss, heute geht es auch um seine Zukunft.

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