Sport : Handball: Die Tür steht offen

Der zuletzt arg gebeutelte THW Kiel feierte in der Champions League eine Wiederauferstehung. Nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen in Folge und dem Sturz auf Platz sieben warf sich der Abonnementsmeister beim 35:22-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel gegen den Jugoslawischen Meister Lovcen Cetinje den Frust von der Seele. "Die Tür zum Halbfinale steht weit offen, aber im letzten Jahr haben wir gesehen, wie schwer es ist, durch eine weit geöffnete Tür zu gehen", sagte THW-Manager Uwe Schwenker und erinnerte an das Halbfinale gegen Badel Zagreb im vergangenen Jahr. Damals siegte der THW in der Ostseehalle mit 32:21, doch im Rückspiel wurde es bei der 13:22-Niederlage noch einmal eng.

Der Jugoslawe Nenad Perunicic zweifelt nicht am Erfolg am kommenden Samstag gegen seine Landsleute: "Wir packen es. Wir müssen in dieser Saison den Titel in der Champions League gewinnen, denn es ist eine Schande, dass wir mit unserer Mannschaft in der Bundesliga nur auf dem siebten Platz stehen." Perunicic, der wegen seines möglichen Wechsels zum SC Magdeburg in der kommenden Spielzeit für Unruhe gesorgt hat, erzielte nach vielen mageren Wochen zehn Tore.

Neben dem THW stehen drei weitere Klubs vor dem Einzug ins Europacup-Halbfinale. Im EHF-Cup ist der SC Magdeburg nach einem 28:22-Coup im bundesligainternen Duell beim TBV Lemgo fast schon weiter. Gute Ausgangspositionen im Pokalsieger-Wettbewerb schufen sich die SG Flensburg-Handewitt (31:22 gegen Fotex Veszprem/ Ungarn) und der TV Großwallstadt (28:22 gegen Prule Ljubljana/Slowenien).

Beim 35:22-Sieg des THW Kiel gegen Lovcen Cetinje avancierte Edelreservist Axel Geerken zum Star des Tages. Geerken, in der zehnten Minute für Steinar Ege eingewechselt, wehrte 20 schwere Bälle ab und wurde von den 6500 Zuschauern gefeiert. Neben Perunicic traf der Däne Nikolaj Jacobsen neunmal für den amtierenden Deutschen Meister. "Wir haben die stärkste Waffe der Jugoslawen, die offensive 3-2-1-Deckung, geknackt", sagte Trainer Noka Serdarusic nach dem souveränen Sieg.

Ein Erfolgserlebnis der besonderen Art hatte sein Trainer-Kollege Alfred Gislason vom SC Magdeburg beim 28:22-Sieg beim TBV Lemgo. "Bei uns hat heute alles gepasst, bei Lemgo nicht allzu viel", sagte Gislason. Lemgos Trainer Juri Schewzow war mächtig sauer: "Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, es wäre nichts passiert. Innerhalb von drei Tagen präsentierte sich meine Mannschaft wie Tag und Nacht."

Am Mittwoch hatte der TBV in der Bundesliga noch mit einem 27: 21 gegen die SG Wallau-Massenheim überzeugt und den 13. Bundesliga-Sieg in Folge gefeiert. Im Punktspiel hatten die Ostwestfalen beim SC Magdeburg bereits mit dem 17:32 am 15. November 2000 die höchste Pleite aller Zeiten in der Eliteklasse erlitten.

Lars Christiansen (9) und Jan Fegter (5) waren die erfolgreichsten Werfer beim 31:22 der SG Flenburg-Handewitt gegen Fotex Veszprem. Doch Torhüter Jan Holpert warnt vor dem Rückspiel in Ungarn: "Das Ergebnis ist noch kein Ruhekissen."

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