Handball : Einer harmloser als der andere

Die Füchse verlieren 23:31 beim SC Magdeburg. Der Angriff ist unterstes Format in der Bundesliga.

Hartmut Moheit

MagdeburgWieder schüttelte Kjetil Strand nur leicht mit dem Kopf. Am liebsten hätte sich der Norweger wohl irgendwo verkrochen, so schlecht fühlte er sich in diesem Augenblick in der Bördelandhalle. Dabei hatte er sich derart viel für das Spiel der Füchse Berlin beim SC Magdeburg vorgenommen. Leichte Abspielfehler, Fehlwürfe und auch ein vergebener Siebenmeter blieben schließlich in seiner Bilanz stehen. Auch seine Teamgefährten agierten gestern im siebten Spiel des Aufsteigers in die Handball-Bundesliga nicht gekonnter. Nach einer Stunde hieß es schließlich 31:23 (20:13) für die Gastgeber, die sich vorher ihres Erfolges überhaupt nicht so sicher waren. Trainer Bogdan Wenta sprach nach dem Abpfiff erleichtert von einem „Befreiungsspiel in einer sehr kritischen Situation für den Verein“.

Bereits nach fünf Minuten deutete sich an, was Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel hinterher als „wir sind nicht aus dem Bus gekommen“ kommentierte. 5:0 führte der SC Magdeburg vor 4690 Zuschauern und nahm den Füchsen damit sofort jegliche Illusionen. Dass die ganze Woche über mehr die schwierige finanzielle Situation beim SCM im Vordergrund gestanden hatte und nicht die sportliche Leistung, war dem Team nicht anzumerken. Während sich die Füchse im Angriff an Harmlosigkeit gegenseitig übertrafen, vergrößerte der aktuelle EHF-Cup-Gewinner den Vorsprung mit Leichtigkeit. Völlig fassungslos saß letztlich auch Lommel auf der Auswechselbank. „Jetzt sind wir wieder da, wo wir vor zwei Wochen waren“, sagte er. Dabei wähnten sich die Füchse nach dem Heimsieg gegen Großwallstadt bereits auf dem Weg nach oben.

Gegen Magdeburg wurde einmal mehr deutlich, dass der Füchse-Angriff in seiner Gesamtheit nur unterstes Bundesliga-Format darstellt. Wäre gegen den SCN nicht Andrius Stelmokas, der acht Tore vom Kreis warf, erfolgreich gewesen, die Niederlage wäre viel höher ausgefallen. Von Hany El Fakharany, Toni Kern und Pavel Prokopec ging praktisch keine Torgefahr aus. 

0 Kommentare

Neuester Kommentar