Handball-EM der Frauen : Nicht kühn genug für das Halbfinale

Die deutschen Handballerinnen spielen bei der EM in Serbien phasenweise stark auf, bringen sich am Ende ihrer Spiele aber regelmäßig um den Lohn ihrer Anstrengungen.

Katja Schülke hält stark, am Ende aber jubeln meistens doch die Gegnerinnen.
Katja Schülke hält stark, am Ende aber jubeln meistens doch die Gegnerinnen.Foto: AFP

Novi Sad - Freuen kann sich Bundestrainer Heine Jensen derzeit nicht so richtig. Seine Handballerinnen zeigen bei der EM in Serbien zwar teils schöne Kombinationen und Tore. Aber im nächsten Moment vergeben sie Großchancen oder patzen in der Abwehr. Trotz der Leistungsschwankungen hat es das deutsche Nationalteam in die Hauptrunde geschafft. Aber das Halbfinale ist dort vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Montenegro am Dienstag (18.15 Uhr/Sport1) kaum noch realistisch. In ihrer Sechsergruppe, aus der sich nur die beiden Erstplatzierten für das Semifinale qualifizieren, belegen die Deutschen den letzten Platz, aus der Vorrunde nahmen sie keine Punkte mit.

Vor dem ersten Hauptrundenspiel gegen Russland hätte jeder im deutschen Lager von einem Punktgewinn gesprochen, angesichts der Tabelle und der eigenen Leistung bedeutete das Remis am Sonntagabend aber eher einen Punktverlust: Denn Jensens Mannschaft führte in Novi Sad lange Zeit gegen den Favoriten, musste sich dann aber mit einem 26:26 (16:13) zufrieden geben. „In den letzten zehn Minuten der zweiten Halbzeit lassen wir zu viele Chancen liegen“, sagte Jensen. „Das war letztlich entscheidend. Schade, dass wir im Abschluss nicht kühn genug waren.“

Wie in der Vorrunde gegen Spanien (20:23), Ungarn (21:24) und Kroatien (17:16) brach das Team in der zweiten Halbzeit ein, konnte sich aber auf seine Torhüterinnen verlassen. Katja Schülke, die beste Torfrau der EM-Vorrunde (45 Prozent aller Würfe abgewehrt), kaufte dem vierfachen Weltmeister Russland lange den Schneid ab. Kurz vor Schluss rettete eine Parade von Clara Woltering das Remis. „Ein Sieg wäre drin gewesen, aber am Ende müssen wir uns bei ihr bedanken“, sagte der 35-jährige Däne Jensen.

Gegen Mazedonien und zum Abschluss am Donnerstag gegen Rumänien (18.15 Uhr/Sport1) geht es höchstens noch darum, sich für das Spiel um Platz fünf zu qualifizieren. Aber das wäre nach dem Vorrundenaus bei der letzten EM 2010 schon eine Steigerung für Jensens junges Team, trotz aller Schwankungen. Tsp/dpa

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