Handball-EM : Deutschland nach Zittersieg im Halbfinale

Die deutschen Handballer haben bei der EM in Norwegen eine Medaille ins Visier genommen. Der Einzug ins Halbfinale war allerdings hart umkämpft und musste teuer erkauft werden.

Marlen Haselhuhn[sid]
Deutscher Jubel
Die deutschen Handballer bejubeln den Einzug ins EM-Halbfinale. -Foto: dpa

TrondheimDie deutschen Handballer haben sich bei der Europameisterschaft in Norwegen mit einem großen Kämpferherz ins Halbfinale gezittert. Der Weltmeister besiegte im entscheidenden Gruppenspiel Rekord-Europameister Schweden nach einer spannenden aber keineswegs hochklassigen Begegnung 31:29 (16:18) und trifft im Kampf um die Medaillen in der Vorschlussrunde am Samstag in Lillehammer auf den WM-Dritten Dänemark.

Bitter hält Sieg fest

Beste Werfer bei der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) waren Holger Glandorf und Pascal Hens mit jeweils sieben Toren. Zudem hielt Torhüter Johannes Bitter in der hektischen Schlussphase den Sieg im Vergleich mit den Schweden fest.

Im Gegensatz zur Niederlage im hart umkämpften Top-Duell mit Titelverteidiger Frankreich kam der deutsche Angriff vor 2915 Zuschauern in Trondheim zunächst besser ins Spiel. Glandorf und Hens warfen aus dem Rückraum leichte Tore, am Kreis wurde Andrej Klimovets gut eingesetzt. Die Folge war eine 9:7-Führung in der 13. Minute.

Probleme mit variablen Spiel der Schweden

In der Abwehr hatte die DHB-Auswahl mit dem variablen Spiel der jungen schwedischen Mannschaft allerdings einige Probleme. Oliver Roggisch und Co. ließen in einigen Situationen die notwendige Aggressivität vermissen, um den guten schwedischen Rückraum mit dem Kieler Kim Andersson und Martin Boquist in den Griff zu bekommen.

Bundestrainer Heiner Brand, der auf der Spielmacherposition zunächst Routinier Markus Baur im Gegensatz zu Michael Kraus den Vorzug gab, forderte während einer Auszeit lautstark und eindringlich "mehr Bewegung" von der Deckung. Aber auch der Angriff leistete sich ab Mitte der ersten Halbzeit zu viele leichte Ballverluste, sodass die Skandinavier in einer zerfahrenen Begegnung bis zur 22. Minute auf zwei Tore davonzogen (11:13).

Roggisch verletzt sich

Zudem hatten die Torhüter Bitter und WM-Held Henning Fritz zunächst nicht ihren besten Tag erwischt. Die mit vier Bundesliga-Legionären angetretenen Schweden wirkten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs entschlossener und hielten ihren knappen Vorsprung (21:19/37.) - Deutschland hatte derweil in Glandorf und Rechtsaußen Florian Kehrmann seine Aktivposten.

Beim deutschen Team kam erschwerend der Schock über die Verletzung von Abwehrstratege Roggisch hinzu, der ab der 38. Minute auf der Bank Platz nahm. "Ich tippe auf einen Muskelfaserriss in der Wade", meinte Roggisch enttäuscht.

Davon unbeeindruckt kämpfte sich der Weltmeister aber zurück ins Spiel und ging durch Tore von Glandorf und Kehrmann nach langer Zeit wieder in Führung (24:22/42.). Die Abwehr agierte nun konzentrierter, der Angriff nutzte seine Chancen besser. Die Vorentscheidung fiel in der 56. Minute, als sich Deutschland erstmals auf drei Tore absetzte (30:27).

Die deutsche Mannschaft reist nun am Freitagmorgen um 8.30 Uhr mit dem Bus nach Lillehammer, wo am Samstag das Halbfinale ausgetragen wird.

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