Sport : Handball-EM: Keine Angst vor Spanien

Hartmut Moheit

Basel - Bis jetzt ist David Barrufet noch gegen keine Wand gerannt. Aber er würde es tun, versichert er, wenn es der spanische Handball-Nationaltrainer Juan Carlos Pastor von ihm verlangen würde. Das Vertrauen des Weltklasse-Torhüters vom FC Barcelona in den Trainer ist riesig. „Alle aus unserem Team würden rennen“, sagt der 35-Jährige. Auch ein Jahr nach dem WM-Sieg in Tunesien ist die Euphorie groß. Vor allem Pastor wurde dieser Erfolg zugeschrieben. Aus Individualisten hatte der schmächtige Trainer erstmals eine spanische Nationalmannschaft geformt, die sich auch als Team verstand.

Heute trifft Spanien in Basel im ersten Gruppenspiel (15.45 Uhr/live in der ARD) auf Deutschland. Bundestrainer Heiner Brand erwartet einen Gegner, „der sein Konzept mit viel Routine und ohne übermäßiges Risiko herunterspielt“. Sieben spanische Profis haben mehr als 100 Länderspiele bestritten. Allein Mateo Garralda hatte beim 32:28 gegen Deutschland bei der WM in Tunesien zehn Tore geworfen. Torgefahr geht aber von allen Positionen aus. Die Spanier können sich in der Heimat schließlich zu erstklassigen Handballern entwickeln. Die Zahl der Ausländer in der stärksten Liga der Welt ist begrenzt, der Nachwuchs hat beste Entwicklungschancen.

Das sind Voraussetzungen, die sich Bundestrainer Heiner Brand auch für die Bundesliga wünscht. Dennoch müssen die Deutschen, bei denen der Einsatz von Christian Zeitz fraglich ist (Magenverstimmung), heute keinesfalls vor Ehrfurcht erstarren. „Wir bekommen unsere Chancen“, sagt er. Ein wenig setzt Brand auch darauf, dass Spanien überheblich auftreten könnte, so wie beim Supercup in Deutschland. Niederlagen gegen Frankreich und Schweden waren die Folge. Vielleicht hatten die Spanier noch jene Schlagzeile im Kopf, mit der sie die Tageszeitung „Marca“ nach dem WM-Sieg begrüßte: „Wir sind die Könige der Welt.“

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