Handball-EM : Nationalspieler Velyky bleibt der große Pechvogel

Das deutsche Team hat zwar mit einem lockeren Sieg die Handball-EM begonnen, doch Spieler und Fans waren nach Spielschluss völlig betrübt. Das traurige Schicksal des Oleg Velyky hat den Start für die Deutschen richtig vermiest.

Hakan Uzun
Oleg Velyky
Pechvogel: In der vierten Minute war die EM für Velyky beendet. -Foto: AFP

BerlinEinen Auftakt nach Maß - genau das wollten die Schützlinge von Heiner Brand in Bergen gegen Weißrussland hinlegen. Angetrieben von Spielmacher Oleg Velyky stellten sie schon nach wenigen Minuten die Weichen auf Sieg. Der gebürtige Ukrainer Velyky steuerte zwei Tore zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung bei. Er war Dreh- und Angelpunkt in den Anfangsminuten und voller Ehrgeiz. Schließlich sollte diese EM auch sein persönlicher Triumph werden. "Ich habe schon zwei große Turniere mit der Nationalmannschaft verpasst. Diese EM war mein Ziel und ich will den Titel holen", war der 29-jährige Velyky schon vor dem Anwurf glücklich dabei zu sein.

Doch das Schicksal machte ihm wieder einen Strich durch die Rechnung. In der vierten Minute wurde die Leidensgeschichte des Oleg Velyky um einen Kapitel erweitert: Riss im Außenmeniskus. "Es knackt bei jedem Schritt", sagte der Pechvogel schon beim Gang in die Kabine. Sein Mannschaftsarzt Dr. Berthold Hallaier bestätigte in einer ersten Diagnose einen Meniskusriss, welche später im Krankenhaus von Bergen zur Gewissheit wurde. Auch diese EM ist für Velyky vorbei. Schon das dritte Turnier! Viele werden es in seinem Alter sicher nicht mehr werden. "Der Ausfall von Oleg tut uns sehr weh", war Bundestrainer Brand ebenfalls geknickt.

Verletzungen pflastern seinen Karriereweg

Dabei ist der Profi des HSV Hamburg einer der Besten in Europa. Aber so stark er auch im Verein auftrumpft, so bitter verlaufen seine Auftritte vor Großturnieren. Ständig pflastern Verletzungen seinen Karriereweg. Es ist fast so, als ob das Schicksal ein Scherz mit ihm treibt. "Ich habe viele Tiefpunkte erlebt, aber habe mich dann immer wieder rangekämpft", erklärte Velyky vor der diesjährigen EM.

Viele hätten sicher schon längst aufgegeben, blickt man auf den Leidensweg des Spielmacher: Nach überstandener Hautkrebserkrankung (2003), fehlte Velyky wegen eines Kreuzbandrisses bei der EM 2006, eine Sehnenverletzung unter dem Fuß verhinderte seinen Einsatz bei der WM 2007. Und jetzt der Riss im Außenmeniskuss! Bleibt zu hoffen, dass Velyky seinem Motto treu bleibt und sich auch nach dieser Verletzung wieder in bestechender Form präsentiert. Für einen Kämpfer wie Velyky sicher eine lösbare Aufgabe!

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