Handball : Fassungslos im Tief

Die Füchse verlieren gegen Göppingen 22:26.

Berlin - Brav wie ein Erstklässler saß Christian Caillat in der ersten Reihe. Nahezu emotionslos – vielleicht auch fassungslos – verfolgte der Franzose, wie sich die Füchse Berlin ihre sechste Niederlage einhandelten. Von Trainer Jörn-Uwe Lommel wegen zuletzt schwacher Leistungen ausgemustert, blieb ihm beim 22:26 (11:13) gegen Frisch Auf Göppingen nichts anderes übrig. Vermutlich wäre ein nur durchschnittlich agierender Caillat vor den 4868 Zuschauern in der Schmeling-Halle diesmal nicht einmal besonders negativ aufgefallen, denn das gesamte Füchse-Team befindet sich ganz offensichtlich in einem Tief.

Dabei wähnten sich die Füchse nach der guten Leistung zuletzt in Lemgo bereits wieder auf besserem Weg, aber Lommel musste nun eingestehen: „Uns ist es nicht gelungen, diesen Schwung mitzunehmen.“ Konsequenzen hätten die Füchse bereits gezogen, das behauptet jedenfalls Bob Hanning. „Wir haben die Zweijahresverträge von Kjetil Strand und Mark Bult auf ein Jahr bis 2010 verkürzt“, erklärte der Geschäftsführer. Von dieser Maßnahme erhoffte er sich ein Aufbäumen der beiden Leistungsträger. „Das war gegen Göppingen auch zu sehen“, sagte Hanning nunmehr, „aber dennoch ist es uns nicht gelungen, den Schalter richtig umzulegen.“

Mit 28 Fehlern, davon 16 vergebenen Würfen, war gegen die Gäste nichts zu holen. Nur einmal, beim 8:7 (17. Minute), sah es so aus, als könnten die Füchse sich behaupten. Göppingen stand in der Deckung sicher und ließ sich nicht im Hurrastil überlaufen. Es war offensichtlich, dass die Füchse mit den sehr körperbetonten Aktionen der Gäste nicht zurecht kamen. „Wir hatten großen Respekt vor den Füchsen, wir haben gegen sie ja auch das Heimspiel verloren“, sagte ihr Trainer Velimir Petkovic, „aber meine Spieler waren diesmal bereit zum Kampf.“

Selbst als Bult, der erfolgreichste Füchse-Spieler, in der Schlussphasse auf die gleiche Weise fünf seiner sieben Tore warf, war Göppingen das bessere Team. Strand hatte sich beim 22:24 zwar schon das rote Leibchen übergetreift, um eventuell als zusätzlicher Feldspieler für Stochl wenigstens ein Unentschieden zu retten, aber er kam dann doch nicht mehr. Er blieb auf der Auswechselbank, und direkt hinter ihm in Reihe eins auf der Tribüne war das Gesicht von Caillat längst erstarrt. Hartmut Moheit

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