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Handball : Frauen-Bundesligist Frankfurt insolvent

Großer Schreck für die Fans des in der Oderregion sehr beliebten Frankfurter HC: Wegen des gestellten Insolvenzantrages ist der ortsansässige Frauenhandball-Club erstmals seit knapp 40 Jahren nicht mehr erstklassig. Wie es mit dem Verein weitergeht, ist ungewiss.

Nach dem beim Amtsgericht beantragten Insolvenzverfahren sind die Handball-Frauen des Frankfurter HC erstmals seit knapp 40 Jahren nicht mehr erstklassig. Laut den Statuten der Bundesliga der Frauen (HBF) stehen die Oderstädterinnen als erster Absteiger der neuen Saison fest. Außerdem kann der Club für die darauffolgende Spielzeit 2014/15 keine Lizenz für die erste oder zweite Bundesliga beantragen, teilte HBF-Vorsitzender Berndt Dugall mit.

„Zu weiteren Details und Konsequenzen kann ich zu diesem Zeitpunkt keine Aussage treffen“, fügte Dugall an. Er wolle zunächst das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter suchen, der vom Amtsgericht Frankfurt (Oder) eingesetzt wird.

Sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden, könnte das theoretisch bedeuten, dass in der kommenden Spielzeit nur elf anstatt der bislang zwölf Bundesliga-Teams auflaufen. Ein Nachrückerteam für die Frankfurterinnen könnte also wegfallen.

Ungeachtet aller Theorie reagierten die Spielerinnen geschockt. „Sicherlich wussten wir um die Situation des Vereins. Uns wurde aber versichert, dass die neue Saison nicht in Gefahr sei. Und dann kam gestern kurz vor Saisonstart diese Nachricht“, sagte Nationalspielerin Christine Beier am Mittwoch: „Es ist einfach nur traurig und bitter.“ Wie es jetzt weitergeht, ist völlig offen. FHC-Präsident Uwe Bohm befindet sich in dieser schweren Zeit im Urlaub, und Vize-Präsident Jens Herrmann äußerte sich zurückhaltend. „Wir müssen zunächst die Entscheidung des Gerichts abwarten“, sagte er. Fest stehe lediglich, dass der Spielbetrieb im Nachwuchs-Bereich unabhängig vom Bundesliga-Team aufrechterhalten werden soll.

Der Verein hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass nach Gesprächen und Verhandlungen mit Sponsoren, Behörden und Gläubigern „eine weitere Fortführung des Spielbetriebs nicht mehr zu vertreten ist“. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, den Verein auf ein wirtschaftlich stabiles Fundament zu stellen, hieß es in der Meldung weiter. Grund dafür seien Belastungen aus früheren Spielzeiten im sechsstelligen Bereich. (dpa)

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