Handball : Füchse Berlin - Jubel, gedämpft

Die Füchse vergeben beim dramatischen 28:28 gegen die Rhein-Neckar Löwen einen möglichen Sieg.

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Halt! Börge Lund (rechts) und die Rhein-Neckar Löwen gönnten Sven Sören Christophersens Füchsen nur ein Remis. Foto: dapd
Halt! Börge Lund (rechts) und die Rhein-Neckar Löwen gönnten Sven Sören Christophersens Füchsen nur ein Remis. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Mit einem Seitfallwurf wollte Bartlomiej Jaszka drei Sekunden vor Schluss die Entscheidung erzwingen. Wäre dem Polen damit sein vierter Treffer in diesem Spiel gelungen, sein Team und die Füchse-Fans hätten ihn als den großen Helden gefeiert. Doch Jaszkas Aktion ging total daneben. So wurde es nichts mit dem möglichen Sieg der Berliner gegen die Rhein-Neckar Löwen. Mit dem 28:28 (13:13)-Unentschieden aber blieben die Füchse gegen den Champions-League-Teilnehmer daheim ungeschlagen und damit das Überraschungsteam in der Handball-Bundesliga. Und dennoch fiel der Jubel der Berliner in der mit 9000 Zuschauern wieder ausverkauften Max-Schmeling-Halle ein wenig gedämpft aus.

„Es war mehr möglich“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson. „Wir können aber auch mit dem Punkt sehr gut leben.“ Vor dem Spiel hatte Hertha-Trainer Markus Babbel das Pokal-Achtelfinale ausgelost. Die Füchse treffen am 14. Dezember in eigener Halle auf den HSV Hamburg. Das schwere Los hatte bei den Berliner Spielern aber keinen Schockzustand ausgelöst. Im Gegenteil: Sie starteten hervorragend in die Partie. Erneut überragte Torhüter Silvio Heinevetter mit insgesamt 19 gehaltenen Bällen, die Abwehr gab dem Mannheimer Angriff ein Rätsel nach dem anderen auf, im Angriff gab es herausgespielte Treffer in Serie. Der Zwischenstand von 12:7 in der 19. Minute dokumentierte diese Überlegenheit.

„Wir haben dann die Abwehr auf auf eine 5:1-Formation umgestellt, das hat uns wieder ins Spiel gebracht.“ So beschrieb Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson diese Phase. Auch Torhüter Henning Fritz, der Slawomir Szmal ersetzte, bereitete den Füchsen nun mehr Probleme, aber über die gesamte Spieldauer gesehen stand er im Schatten seines Gegenüber Silvio Heinevetter. „Berlin hat das Torwartspiel gewonnen“, sagte Löwen-Manager Thorsten Storm.

Die Schwächephase der Füchse zum Ende der ersten Halbzeit, als der junge Colja Löffler kam, zwei Siebenmeter verschuldete und im Angriff etwas wirr agierte, blieb ohne große Folgen. Denn im zweiten Abschnitt steigerten sich die Berliner zeitweise in einen Spielrausch. Heinevetter hielt drei Siebenmeter, Sven Sören Christophersen, Alexander Petersson und Markus Richwien (insgesamt jeweils fünf Treffer im Spiel) trauten sich Würfe aus der zweiten Reihe zu, die auch im Tor landeten. Beim 20:16 (44.) waren die Füchse wieder auf Erfolgskurs. Nur einen Spieler bekamen sie nicht in den Griff: Kreisläufer Bjarte Myrhol. Seinen acht Treffern in der zweiten Halbzeit und der erneuten Deckungsumstellung auf einen 6:0-Riegel hatten es die Rhein-Neckar Löwen zu verdanken, dass sie nicht wie im Vorjahr erneut in Berlin unterlagen.

Den Gästen kam in der entscheidenden Phase zur Hilfe, dass Füchse-Kapitän Torsten Laen in den letzten zwei Minuten seine dritte Zeitstrafe absitzen musste. Und dennoch war auch der zweite Punkt für sie möglich. Petersson warf beim 28:27 relativ schnell, scheiterte zwar, aber dadurch erhielten sich die Füchse die Chance auf einen letzten Angriff. Diese Rechnung ging schließlich auf, nachdem Myrhol neun Sekunden vor Schluss das 28:28 geworfen hatte. Jaszka übernahm die Verantwortung mit einer Einzelaktion – und die Rhein-Neckar Löwen konnten „nach einem spannenden Spiel“, wie Trainer Gudmundsson sagte, froh über den einen Punkt sein.

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