Handball : Füchse Berlin kämpfen Gummersbach mit 30:27 nieder

Der deutsche Handball-Pokalsieger Füchse Berlin hat sein zweites Bundesliga-Heimspiel nacheinander gewonnen - gegen die bisher ungeschlagenen Gummersbacher.

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Mattihas Zachrisson nahm ganz außen auf der Wechselbank Platz und unterhielt sich angeregt mit seinem Nebenmann. Sollte ja schließlich so aussehen, als pausiere der Schwede tatsächlich einen Moment lang. Nachdem die Spieler des VfL Gummersbach ihrerseits einen Anwurf ausgeführt und den ersten Querpass gespielt hatten, sprintete Zachrisson allerdings wie von der Tarantel gestochen los, eroberte den Ball und brachte ihn mühelos im Tor unter.

Der Treffer zum zwischenzeitlichen 6:5, er fiel unter die in der Handball-Bundesliga sehr unübliche Kategorie: Bauerntrick. Andererseits war er im Punktspiel zwischen den Füchsen Berlin und dem VfL Gummersbach schon allein deshalb erwähnenswert, weil er dem Spiel eine Richtung gab, die ganz nach dem Geschmack der Berliner war – die erste Führung in einem umkämpften Match gab die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson im weiteren Verlauf nur noch ein einziges Mal aus der Hand, während einer kurzen Schwächephase in Halbzeit zwei. Am Ende aber setzte sie sich am Sonntag vor 6445 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 30:27 (15:13) gegen den Traditionsklub aus Nordrhein-Westfalen durch. „In der zweiten Halbzeit hat uns phasenweise der Biss gefehlt“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson, „erst zum Schluss haben wir wieder den nötigen Druck aufgebaut“.

Die Gummersbacher, in der Vorsaison lange Zeit Abstiegskandidat, erbrachten bei ihrem neuerlichen Auftritt in Berlin von Beginn an den Nachweis, weshalb sie in den ersten drei Begegnungen der noch jungen Saison ohne Niederlage geblieben waren. Sigurdsson sprach von einem „sehr, sehr unangenehmen Gegner, der im Moment wirklich gut drauf ist“.

Vor allem in der Defensive packten die Gummersbacher recht kompromisslos zu, was ihnen wiederum zahlreiche Zeitstrafen einbrachte. Dabei hatten sie es ganz besonders auf Paul Drux abgesehen, das große Talent der Füchse, das seine handballerische Grundausbildung bis zum 16. Lebensjahr noch beim VfL erhalten hatte. Drux, der im linken Rückraum erneut den Vorzug vor Pavel Horak erhielt, steuerte das Offensivspiel der Berliner in Kombination mit dem erneut starken Petar Nenadic. Beim 9:6 hatten die Füchse zum ersten Mal eine Zwei-Tore-Führung herausgeworfen, die sie auch bis zur Pause verteidigten (15:13).

Dass die Gäste auch nach dem Seitenwechsel im Spiel blieben, hatten sie nicht zuletzt ihrem Torhüter zu verdanken. Der ehemalige deutsche Nationalkeeper Carsten Lichtlein entnervte die Berliner mit einer Reihe herausragender Paraden und leitete zahlreiche Tempogegenstöße ein. Einen verwertete Gummersbachs Linksaußen Raul Santos zum 20:21 aus Berliner Sicht – Sigurdsson griff zur Auszeit. In einer sehr ruppigen Schlussphase, in der jede Mannschaft fast dauerhaft mit Hinausstellungen zu tun hatte, konnte sich der Isländer auf die beiden Spieler verlassen, die die Füchse bislang durch die Saison tragen. Zunächst glich Nenadic zum 26:26 aus, anschließend traf Drux in Unterzahl mit einem mächtigen Schlagwurf zum 27:26, und schließlich vernagelte auch Torhüter Silvio Heinevetter seinen Kasten in der Schlussphase.

Am nächsten Sonntag geht es für die Berliner mit dem Heimspiel gegen Balingen-Weilstätten weiter. Noch so ein unangenehmer Gegner: Die Badener haben erst kürzlich den THW Kiel besiegt.

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