Handball : Füchse enttäuschen in Wetzlar

Mit 26:27 gibt es die vierte Saisonniederlage. Dass es am Ende noch ganz knapp wurde, sprach zwar für den Kampfgeist der Füchsespieler, aber allein diese Tugend reichte nicht zu einem Punktgewinn.

Jürgen Heide

Wetzlar - Es war eine klare Kampfansage, was Daniel Valo den Füchsen ankündigte. „Ich habe ganz bewusst auf die Länderspielreise mit der Slowakei verzichtet, um meine Schulter- und Beinverletzung auszukurieren und für das Spiel gegen Berlin fit zu sein“, sagte der Linkshänder der HSG Wetzlar. Dass dies keine leeren Worte waren, zeigte der Halbrechte im Bundesligaspiel in der Rittal- Arena, wo die Füchse in der vergangenen Saison noch gesiegt hatten. Valo warf die ersten drei Tore für die HSG bis zum 3:1 (8. Minute), gab damit ein kräftiges Signal für sein Team und schockte ganz offensichtlich die Füchse. Ohne selbst ein großes Spiel zu zeigen, siegte Wetzlar gegen ein viel zu lange angriffsschwaches und ohne Rhythmus agierendes Team aus Berlin 27:26 (15:11).

„Wir haben nicht ins Spiel gefunden, zu viel mit den Schiedsrichtern diskutiert und so zurecht zurückgelegen“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning und ergänzte: „Offensichtlich waren einige Spieler mental noch zu sehr bei ihren Nationalteams als in der Bundesliga.“ Dass es am Ende noch ganz knapp wurde, sprach zwar für den Kampfgeist der Füchsespieler, aber allein diese Tugend reichte nicht zu einem Punktgewinn. Ab der elften Minute (4:3) lagen sie nicht noch einmal in Führung, mussten meist Rückständen von fünf oder sogar sechs Treffern (19:25/52.) hinterherlaufen. Dabei war Nationalspieler Sven-Sören Christophersen diesmal nicht einmal ein Leistungsträger für Wetzlar, saß sogar längere Zeit auf der Wechselbank.

Geradezu symptomatisch für den Auftritt in Wetzlar waren zwei Szenen: Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit wollte Torhüter Silvio Heinevetter einen Ball abfangen und wurde dabei aus Versehen von Schiedsrichter Ronald Klein umgelaufen – Wetzlar blieb in Ballbesitz. Und kurz vor Schluss, beim 25:26, rutschte Konrad Wilczynski bei einem Gegenstoß aus – der Ball landete am Außenpfosten. Damit war auch die letzte Chance dahin, wenigstens doch noch einen Punkt mitnehmen zu können. Jubeln konnten nur Valo und sein Team. Jürgen Heide

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